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Tränengas und Verhaftungen Polizei verhindert Gay-Pride in Istanbul

Legende: Video Polizei geht gegen Demonstranten vor abspielen. Laufzeit 1:27 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 25.06.2017.
  • In Istanbul ist die Polizei gegen die Gay-Pride von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) vorgegangen. Sie wollten mit der Parade für ihre Rechte demonstrieren.
  • Die Veranstaltung war im Vorfeld verboten worden. Personen, die trotzdem Slogans skandierten, wurden abgeführt. Die Polizei feuerte Gummigeschosse ab und setzte Tränengas ein.

Die 15. Schwulen- und Lesbenparade in Istanbul ist mit einem hohen Polizeiaufgebot verhindert worden. Nach einem Verbot der Demonstration am Samstag hielten Sicherheitskräfte die Teilnehmer davon ab, sich zu versammeln. Die Organisatoren bezifferten die Gesamtzahl der Festnahmen auf mehr als 20.

Die Polizei hinderte einige Dutzend Aktivisten mit Gummigeschossen an der Fortsetzung ihres Marsches. In Seitenstrassen wurde vereinzelt Tränengas eingesetzt.

Seit 2015 verboten

Der Gouverneur von Istanbul hatte die Demonstration für die Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) bereits das dritte Jahr in Folge verboten. Die Behörden erklärten, die Veranstaltung gefährde die Sicherheit von Bürgern und Touristen sowie die öffentliche Ordnung.

Die Parade zum Abschluss der Istanbuler «Pride Week» wird von Aktivisten seit mehr als zehn Jahren organisiert und wurde 2015 erstmals verboten. Damals verwies der Gouverneur der Stadt auf den für Muslime heiligen Monat Ramadan.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Es geht weder um Toleranz noch um Interoleranz. Wenn das Gesetz "Nein" sagt, dann hat sich der Bürger daran zu halten. Wenn er sich widersetzt, dann muss er auch mit den Konsequenzen rechnen. Dieser "LGBTI"-Club muss nicht meinen, er hat irgendwie Sonderrechte.
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    1. Antwort von Lukas Löffler (ll_basel)
      1. Heisst es LGBTQI+, aber Sie wissen wohl kaum für was das steht. 2. Ist das kein "Club", sondern eine in jedem Land existierende Minderheit, in die man hineingeboren wird und der man nicht bei-/austreten kann und die in der Türkei offensichtlich unterdrückt wird. 3. Sollte man doch friedlich gegen bestehende Gestze protestieren dürfen, vielleicht sagt Ihnen der Begriff Meinungsfreiheit ja etwas. 4. Geht es hier, in Anbetracht der existierenden Diskriminierung, sehr wohl u.a. auch um Toleranz.
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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Die Türkei ist formal ein laizistischer Staat mit Religionsfreiheit, ein Erbe von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk (1881-1934). Säkulare Türken befürchten seit langem eine Islamisierung sowohl des Lehrplans als auch der Gesellschaft. Seit Regierungsantritt der AKP 2003 wurde das Kopftuchverbot aufgehoben, Glücksspiel verboten und Alkoholverbote ausgeweitet. Charles Darwins Evolutionstheorie wird ab 2019 aus türkischen Lehrbüchern verschwinden.
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  • Kommentar von Lukas Löffler (ll_basel)
    Was für eine Schande! Solidarität mit allen, die in Istanbul friedlich für ihre Rechte demonstrieren und ihre Sexualität offen leben wollen.
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