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Polizeiliche Übergriffe? Australisches Flüchtlingslager vollständig geräumt

Verwüstetes Flüchtlingslager
Legende: Mehrere Flüchtlinge berichteten von einer gewaltsamen Räumung des Lagers. Keystone
  • Das umstrittene australische Flüchtlingslager auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Manus ist komplett geräumt worden.
  • Die Flüchtlinge seien alle in andere Lager gebracht worden, teilten die Behörden mit.
  • Die UNO hat die Art und Weise, wie die Räumung des Lagers vorgenommen wurde, verurteilt.

Die zuletzt in dem Camp verbliebenen 328 Flüchtlinge seien alle in andere Lager gebracht worden, teilten die Behörden Papua-Neuguineas und Australiens Einwanderungsminister Peter Dutton am Freitag nach Angaben australischer Medien mit.
Nach Darstellung der Flüchtlinge gingen die Einsatzkräfte bei der Räumung gewaltsam vor. Ein Video in sozialen Medien zeigt Polizisten, die mit Metallstangen auf Menschen einschlagen.

«Einwanderungsbehörde und Polizei haben viele Handys von Menschen zerstört, die Fotos machen wollten», schrieb der Flüchtling Behrouz Boochani auf Twitter. Die Polizei von Papua-Neuguinea behauptete, es habe keinen Zwang gegeben und niemandem seien Handschellen angelegt worden.

Mit Metallstangen geschlagen

Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) verurteilte die Art der Räumung. «Das Schlagen von Flüchtlingen und Asylbewerbern mit Metallstangen durch uniformierte Sicherheitskräfte ist schockierend und unverzeihlich», teilte das UNHCR mit. Dem UNHCR-Personal auf Manus sei zudem kein vollständiger Zugang zu den Flüchtlingen gewährt worden.

In dem Lager waren Flüchtlinge untergebracht, die versucht hatten, Australien per Boot zu erreichen. Die australische Regierung lehnt es ab, solche Flüchtlinge aufzunehmen. Als Grund gibt sie an, damit würde sie Schleppern in die Hände spielen.

Papua-Neuguinea hatte sich gegen Bezahlung dazu bereiterklärt, das Auffanglager einzurichten. Es wurde geschlossen, nachdem das oberste Gericht Papua-Neuguineas es 2016 für illegal erklärt hatte.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Muller (onurb)
    SRF, bitte berichten sie auch über die Hintergründe dieser Aktion. Oder einfach auf Goggle "Pacific Solution" nachlesen und sich informieren, warum es zu dieser Aktion kam. Danke
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    1. Antwort von Franco Caroselli (FrancoCaroselli)
      68% der SRF Mitarbeiter sind Links. Somit gegen alles was Staat und Polizei ist. Schade, denn wenn ich Billag bezahle, erwarte ich neutrale Berichterstattung, was zwischen 19:00-20:00 zur Zeit nicht der Fall ist. Australien hat viele Gründe für ihres Handeln, wovon wir in Europa Meilenweit entfernt sind. Dafür mit Terror leben müssen, obwohl wir es nicht wollen. Sonst bin ich mit SRF zufrieden.
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  • Kommentar von Rudolf Ammann (ächtjetzt?)
    Immer diese Polizeigewalt. Die Gegenseite ist immer so knuffig und plüschig lieb und nett. Hui!
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Na ja, an den Bildern der Polizisten mit Eisenstangen gibt es wohl nicht viel zu interpretieren, oder?
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    "Mensch", habgieriger, ausbeuterischer, egoistischer, skrupelloser "Mensch"! Was ist aus "Mensch "geworden? Die Naturvölker wurden seinerzeit gejagt, ausgebeutet, "missioniert", vertrieben, umgebracht! Und was machen gewissenlose "Menschen" bis und mit heute mit friedlich lebenden Völkern/Menschen - genau dasselbe, aus reiner egoistischer Profitgier und Bereicherung!! Von wegen Fortschritt des "homo sapien", das Gegenteil ist der Fall! "Schweizer Volks-Politik" = volksausbeuterisch!??
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