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International Polizisten erschiessen Obdachlosen in Los Angeles

Bei einem Routine-Einsatz im Problemviertel Skid Row in Los Angeles haben Polizisten nach einem Streit einen unbewaffneten Obdachlosen erschossen. Wieder einmal steht die Polizei in den USA wegen ihres Umgangs mit vermeintlichen Tätern in der Kritik.

Nach dem Tod des Obdachlosen legt ein Mann ein Gedenkplakat aus Wellkarton am Ort des Geschehens nieder.
Legende: Die Erschiessung des Obdachlosen hat eine Welle der Empörung in den USA ausgelöst. Twitter ‏ @francineorr

Der Routine-Einsatz begann am Sonntagmittag, als Polizeibeamte wegen eines Raubüberfalls in die Nähe eines Obdachlosenheims im heruntergekommenen Problemviertel Skid Row, Link öffnet in einem neuen Fenster in Los Angeles gerufen wurden. Dort versuchten sie, einen verdächtigen obdachlosen Mann festzunehmen.

Dieser habe sich gewehrt und nach der Waffe eines der Polizisten gegriffen, sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten hätten im Gerangel zuerst eine Elektroschock-Pistole (Taser) eingesetzt, die aber wirkungslos blieb, zitiert die «Los Angeles Times, Link öffnet in einem neuen Fenster» den Polizeisprecher.

In Videos von Augenzeugen, die kurz darauf im Internet auftauchten, hört man beim Handgemenge Schreie und sieht, wie der Obdachlose zu Boden geht. Schliesslich fallen fünf Schüsse. Wenig später gibt die Polizei noch am Tatort den Tod des Mannes bekannt. Laut Augenzeugen war der Mann unbewaffnet, was die Polizei bestätigte.

Berichten von lokalen Medien zufolge handelte es sich bei dem Getöteten um einen schwarzen Mann. Er soll in der Gegend unter dem Spitznamen «Africa» bekannt gewesen sein und lebte auf der Strasse.

Augenzeugen in den sozialen Medien

Ein auf Facebook veröffentlichtes Video des Vorfalls hat grosse Empörung ausgelöst. Es wurde bereits mehrere Millionen Mal aufgerufen. Ein Passant hatte es mit seinem Handy aufgezeichnet. «Ich wollte es aufnehmen, um dazu beizutragen, dass alles gut ausgeht. Stattdessen wurde ich Zeuge einer Tragödie», sagte der Augenzeuge dem Sender CNN.

Die Stichwörter #homeless (obdachlos), #LAPDShooting – die Abkürzung für das Los Angeles Police Department und der soziale Brennpunkt #SkidRow sind rasch zu breit diskutieren Themen in den sozialen Medien geworden.

Problemviertel Skid Row in Los Angeles

In Los Angeles versuchen Behörden und Polizei seit Jahren, das Viertel Skid Row unter Kontrolle zu bekommen. Das im Stadtzentrum nahe dem Hauptbahnhof Union Station gelegene Viertel deckt eine Fläche von rund 50 Häuserblocks ab. Los Angeles gilt als Obdachlosen-Hauptstadt der USA. In Skid Row leben unzählige mittellose Menschen, Kriegsveteranen, Menschen mit psychischen Problemen sowie drogenabhängige Männer und Frauen. Bittere Armut, Gewalt und Selbstmord sind hier an der Tagesordnung.

Problem weisse Polizeigewalt

Fälle von Polizeigewalt von weissen Beamten gegen Schwarze hatten in den USA in den vergangenen Monaten eine Welle des Protests ausgelöst und zu einer Debatte über Rassismus unter den Sicherheitskräften geführt.

Nachdem ein weisser Polizist im August 2014 in Ferguson (Missouri) den unbewaffneten schwarzen Teenager Michael Brown erschoss, löste dies tagelange Unruhen aus.

#LAPDShooting und #skidrow auf Twitter

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12 Kommentare

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  • Kommentar von S. Meier, Adliswil
    In 33 US Städten ist es sogar verboten (!) Obdachlosen etwas zu essen zu geben. (Es droht das FEMA Camp). Kein Wunder also wird ein Obdachloser von der Polizei erschossen. Tatsächlich ist es aufschlussreich sich die Videos anzusehen. Die USA ist zu einer Bananen-Republik verkommen.
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  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    USA und seine krassen Gegensätze. Ein Obdachloser wird erschossen und Blackstone-Chef Stephen Schwarzman bekommt 675 Millionen im Jahr. Mein herzlichstes Beileid an alle, die diesem Obdachlosen nahe standen.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Wieder ein erbärmliches Zeugnis von grösster feiger Menschenverachtung . USA - wo sind deine Werte ?
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    1. Antwort von Walter Wieser, St. Augustine, FL USA
      Informieren sie sich bitte etwas genauer bevor sie urteilen! Nehmen sie sich ein Beispiel an Nicolas Meier und Peter Blatti. Oder noch besser. Warten sie die Untersuchung ab was wirklich geschehen ist. Sonst wird einmal mehr das Leben eines Polizisten der nur seine Pflicht getan hat, zerstoert. Sowie geschehen in Ferguson Missouri. Hat man hier jemals von den Untersuchungsergebnissen in diesem Fall gehoert? Natuerlich nicht. Ist ja auch keine nennenswerte Sensation.....
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    2. Antwort von M. Haener, Büsserach
      @Walter Wieser: Welche Untersuchung meinen sie, jene welche ihnen die Augen öffnet, damit sie endlich sehen, dass die USA eine absolut verkommene Nation ist.!?
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    3. Antwort von Jacqueline Zwahlen, Amlapura
      Wo die US-Werte sind? Vielleicht in Nicaragua, Irak, Sudan, Afghanistan, Lybien, Syrien - man kann auch Poroschenko fragen. Der Wilde Westen lässt grüssen! Und Herr Wieser: Wenn 5 mit Pistolen und Tasern bewaffnete Polizisten es nicht fertigbringen, einen einzigen unbewaffneten Mann lebend zu überwältigen, dann wirft das berechtigterweise einige Fragen auf! Nicht zuletzt die, was für eine Ausbildung die US-Polizisten eigentlich genau geniessen!?
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    4. Antwort von M.Kaiser, Rebstein
      Mehre Polizisten lassen sich von einem Obdachlosen die Waffe abnehmen ? Das glauben Sie Herr Wieser ? Ich nicht . Noch schönen Tag .
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