Präsident Chávez kann Amtseid später ablegen

Die venezolanische Staatsführung will auf die formelle Vereidigung des schwer erkrankten Präsidenten Hugo Chávez für seine neue Amtszeit vorerst verzichten. Die Opposition in Venezuela verlangte Klarheit über den Gesundheitszustand von Chávez.

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Chavez ist schwer krank

1:32 min, aus 10vor10 vom 4.1.2013

Den Aufschub der Eidesleistung kündigte Vize-Präsident Nicolás Maduro im Staatsfernsehen an.

«Formalität nachholen»

Chávez bleibe im Amt, auch wenn er wegen seiner Behandlung in Kuba nicht zu der ursprünglich für den 10. Januar angesetzten Vereidigungszeremonie in seine Heimat kommen könnte, sagte Maduro.

Die «Formalität» der Vereidigung könne später vor dem Obersten Gerichtshof des Landes nachgeholt werden.

Neuwahlen innert 30 Tagen


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Es gebe keinen Grund, von einer permanenten Abwesenheit vom Amt zu sprechen, sagte Maduro weiter. Sollte dieser Fall dennoch eintreten müsste es nach venezolanischem Recht innerhalb von 30 Tagen Neuwahlen geben. Die konservative Opposition sieht dies gegeben, sollte Chávez den Vereidigungstermin nicht wahrnehmen können.

Chávez leidet nach seiner jüngsten Krebsoperation an einer schweren Lungenentzündung. Er habe «Atembeschwerden», sagte Kommunikationsminister Ernesto Villegas.

Dem Tode nahe?

Der Präsident war am 11. Dezember in Kuba wegen eines Tumors operiert worden. Es war bereits die vierte Krebsoperation seit der ersten Diagnose der Krankheit im Juni 2011. Maduro, der sich mehrere Tage an seinem Krankenbett aufgehalten hatte, sagte, der Zustand des 56-Jährigen sei wechselhaft, eine wirklich Verbesserung gebe es nicht.

Gerüchten zufolge ist Chávez dem Tode nahe. Seit über drei Wochen hat er sich nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt und auch nichts von sich hören lassen.

Schwere Atemnot

Eine Frau hält ein Bild von Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez in der Hand.

Bildlegende: Die Gegner kritisieren die Informationspolitik der Regierung. Die Anhänger Chávez beten für ihren Präsidenten. Reuters

«Stabil», «nicht frei von Risiken», «heikel» oder «komplex» – so wurde der Gesundheitszustand von Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez in den vergangenen Tagen beschrieben. Offizielle Informationen, wie es ihm nach seiner bereits vierten Krebsoperation ergeht, gab es nicht.

Nun teilte der venezolanische Informationsminister Ernesto Villegas in einer kurzen Fernsehansprache mit, dass Chávez an einer «schweren Lungenentzündung» leide. Als Folge davon habe er mit schwerer Atemnot zu kämpfen.

Nachfolger bereits in Position

Villegas warnte die Bevölkerung, die Opposition betreibe einen «psychologischen Gerüchte-Krieg» um den Gesundheitszustand des Präsidenten. Die Regierung bekräftige ihr Vertrauen in das kubanische Ärzteteam, das Chávez in Havanna betreut. Dort wurde der Staatschef am 11. Dezember auch operiert.

Der mögliche Nachfolger bringt sich bereits in Position: Chávez' Stellvertreter, Vizepräsident und Aussenminister Nicolás Madura.