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Präsident der NGO verhaftet Nach Skandal um Sexpartys: Oxfam kommt nicht aus den Schlagzeilen

Legende: Audio Die Festnahme von Fuentes hat offenbar nichts mit seiner Tätigkeit für Oxfam zu tun abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
01:52 min, aus SRF 4 News aktuell vom 14.02.2018.
  • Der Präsident der Hilfsorganisation Oxfam, Juan Alberto Fuentes Knight, ist in Guatemala verhaftet worden.
  • Die Vorwürfe gegen den früheren guatemaltekischen Finanzminister lauten auf Korruption während seiner Amtszeit.
  • Für Oxfam ist das ein herber Schlag: Erst kürzlich war die Hilfsorganisation wegen Sexskandalen in Haiti und Tschad in den Schlagzeilen.

«Wir kennen die formalen Vorwürfe gegen Fuentes noch nicht», sagte Oxfams Exekutivdirektorin Winnie Byanyima. Fuentes habe die Organisation darüber unterrichtet, dass gegen ihn wegen einer Haushaltsbuchung der guatemaltekischen Regierung ermittelt wird, als er Finanzminister gewesen sei. Er habe Oxfam versichert, nicht gegen Regeln verstossen zu haben.

Oxfam in den Schlagzeilen

Die britische Hilfsorganisation Oxfam stand zuletzt in der Kritik, weil Mitarbeiter in Haiti und dem Tschad Sexpartys mit Prostituierten gefeiert haben sollen. Auch sollen Oxfam-Angestellte Nothilfe nur gegen sexuelle Gefälligkeiten geleistet haben. Zudem soll es Fälle von Vergewaltigungen und versuchten Vergewaltigungen im Südsudan gegeben haben. Die Vizechefin von Oxfam Grossbritannien, Penny Lawrence, trat wegen der Anschuldigungen zurück.

Weitgehende Korruptionsermittlungen

Bei den Ermittlungen in Guatemala geht es offenbar um Korruption bei der Vergabe öffentlicher Aufträge. Neben Fuentes setzten die Ermittler auch den ehemaligen guatemaltekischen Präsidenten Álvaro Colom und fast sein gesamtes früheres Kabinett fest. Dem Staatschef von 2008 bis 2012 werden Betrug und Unterschlagung vorgeworfen.

Nach Erkenntnissen der Generalstaatsanwaltschaft und der Internationalen Kommission gegen Straflosigkeit (Cicig) kam es während Coloms Amtszeit beim Bau des Nahverkehrssystems Transurbano zu Unregelmässigkeiten. Dabei sollen mindesten 35 Millionen US-Dollar an öffentlichen Geldern unterschlagen worden sein.

Oxfam-Präsient Fuentes mit vermummten Polizisten.
Legende: Oxfam-Präsident Fuentes wurde – zusammen mit weiteren Ex-Regierungsmitgliedern – in Guatemala verhaftet. Keystone

USA drängen auf Korruptionsermittlungen

Die UNO-Kommission Cicig unterstützt das mittelamerikanische Land seit 2007 im Kampf gegen Korruption und das organisierte Verbrechen. Sie war bereits an den Verfahren gegen den früheren Innenminister Carlos Vielman, den Ex-Militär und Unterweltkönig Byron Lima und Ex-Präsident Otto Pérez Molina beteiligt.

Einflussreiche Kreise versuchen immer wieder, die Arbeit von Cicig zu behindern und ihr Mandat zu beenden. Im vergangenen Jahr wollte Präsident Jimmy Morales den Cicig-Chef sogar des Landes verweisen. Allerdings geniesst die Ermittlergruppe den Rückhalt der USA, die ihre Wirtschaftshilfen vom entschlossenen Kampf gegen die Korruption abhängig machen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Interessant. Hierzulande sei Prostutition eine legale, sittliche Angelegenheit (Bezirksgericht Horgen!), in Afrika jedoch nicht? Wenn die Prostituierten korrekt und vertragsgemäss bezahlt wurden und Gummis verwendet wurden, was stört mich das Privatleben dieser Leute? Ein absolutes NO GO sind «Nothilfe gegen sexuelle Gefälligkeiten». Die soll man wegen Nötigung in den Knast schicken.
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    1. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Frage eindeutig in einer Policy geregelt ist. Alles andere wäre moralisch verwerflich. Die Situation der Prostituierten in Afrika bzw. in d. Karibik mit derjenigen der unseren Prostitutierten zu vergleichen ist schlichtweg naiv. Die drüben würden unsere mit ihrem Fünfbäzzelipflicht gerade auslachen.
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  • Kommentar von elize naude (elize)
    Ich spende grundsätzlich nicht für "Hilfsorganisationen" die oft nur darauf bedacht sind sich selbst Finanziell zu helfen auf kosten von Hilfsbedürftigen Mitmenschen. Ich arbeite in ein Heim mit mehrfach beeinträchtigen Bewohnern die enorm viel von mir abverlangt. Meine Grundhaltung Mitmenschen gegenüber beinhalten "Wertschätzung, Respekt, Geduld, Zuhören" das sind Richtlinie die für alle Mitmenschen gelten...das sind meine "Spende"...
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    1. Antwort von D. Schmidlin (Querenlife)
      Bravo! ich bewundere Sie.
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    2. Antwort von Sancho Brochella (warum?)
      Mir ist das zu pauschal. Eines faulen Apfels wegen wirft man nicht die ganze Apfelkiste weg. Aber man muss sich dann die Äpfel genau ansehen. Oder mit anderen Worten: wenn von einem gespendeten Franken einmal 20Rp. durch Betrug untergingen, so haben doch immerhin 80Rp. jemandem als Hilfe erreicht. Man muss versuchen die Spendenorganisation zu prüfen; Internetrecherche & ZEWO Zertifizierung geben Hinweise. PS. Wenn wir für Produkte faire Preise bezahlen würden, bräuchte es danach weniger Spenden.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Eines ist sicher: Gerade die Herrschaften in den oberen "Lohn-Niveau's", müssen bzgl. Effizienz, Ehrlich-Redlichkeit, Zuverlässigkeit,...unbedingt und regelmässig überprüft werden, da deren Möglichkeiten für Korruption und Bestechungsversuche von aussen, für Lobbyismus, Vetternwirtschaft, logischerweise viel höher ist, als bei einem Angestellten des "unteren Lohnsegmentes"!
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