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International Pro-russische Separatisten übergeben Flugschreiber

Pro-russische Separatisten haben die Flugschreiber der abgestürzten malaysischen Passagiermaschine an malaysische Experten ausgehändigt. Die beiden Geräte seien in gutem Zustand, sagte ein Fachmann. Laut einem Zeitungsbericht weist ein Wrackteil der Boeing auf einen Raketentreffer hin.

Legende: Video Übergabe der Flugschreiber an malaysische Experten abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 22.07.2014.

Die pro-russischen Separatisten in der Ostukraine haben die Flugschreiber der abgestürzten Boeing-Passagiermaschine an malaysische Experten übergeben. Die beiden Geräte seien in gutem Zustand, sagte einer der Fachleute bei der Aushändigung am frühen Dienstagmorgen vor Dutzenden Journalisten.

Die Übergabe fand am Hauptsitz der ausgerufenen Volksrepublik Donezk in Anwesenheit des selbsternannten Regierungschefs Alexander Borodaj statt. Beide Seiten unterzeichneten ein Dokument, mit dem die Übergabe amtlich gemacht wurde.

Übergabe nach Verhandlungen

Die Separatisten hatten am Montag bereits angekündigt, die Flugschreiber zu übergeben. Die Rebellen stehen seit dem mutmasslichen Abschuss des Flugzeug am Donnerstag in der Kritik, die Ermittlungen zu behindern.

Eine Delegation von zwölf Experten aus Malaysia hatte nach Angaben der russischen Agentur Interfax den Tag über in Donezk mit den Separatisten verhandelt.

Wrackteil weist offenbar auf Raketen-Treffer hin

Ein durchlöchertes Wrackteil der in der Ostukraine abgestürzten Boeing weist laut einem Bericht der «New York Times» (NYT) auf einen Raketentreffer hin. Schrapnell-Spuren seien ein Hinweis darauf, dass das Flugzeug durch eine Rakete mit Überschallgeschwindigkeit zerstört wurde, sagten Experten des Verteidigungs Fachverlags IHS Jane's nach Auswertung eines von einem Fotografen der «New York Times» aufgenommenen Trümmerteils.

Unter anderem wurde der abgeplatzte Lack an der Aussenseite des vom Flugzeugrumpf stammenden Wrackteils als ein Beleg angeführt. Die Experten vermuten, dass das Flugzeug der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord am Donnerstag durch die Rakete eines russischen «Buk»-Flugabwehrsystems getroffen wurde. Die USA verdächtigen pro-russische Separatisten, die Zivilmaschine mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen zu haben.

38 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Buchmann, Bättwil
    Langsam sind wir so weit, dass eine "normale" Aufarbeitung der Ereignisse in Gang kommen kann. Ich denke, dass dies dem internationalen Druck zu verdanken ist. Luftfahrtexperten können nun die Flugschreiber auswerten, insbesondere der Voice Recorder wird aufschlussreiche Erkenntnisse liefern. Und diejenigen Experten, welche jetzt endlich darangehen können, vor Ort eine Auslegeordnung sämtlicher Trümmerteile zu machen, werden hoffentlich nicht von bewaffneten Banden in ihrer Arbeit behindert.
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  • Kommentar von Martin Täschler, Zürich
    Ich gehen davon aus dass der Sachverhalt nie restlos geklärt wird, weiter sollte den Medien keine so hohe Beachtung geschenkt werden. Die haben nur Interesse an Einschaltquoten bzw. Auflage. Wir werden alle von Politik, Medien geblendet. Nun sollte auch darüber nachgedacht werden, wieso Zivile Flugzüge über Kriegsgebiet fliegen können. Die Verantwortlichen in Kiew hätten den Luftraum schon lange sperren sollen.
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  • Kommentar von Martin Lopez, Zürich
    Es ist schon unglaublich, wie die Russen hier vorverurteilt werden. Es gilt immer noch die Unschuldsvermutung. Die Presse im Westen ist keinen Deut besser als die in Russland. Schliesslich haben wir die political correctness mit welcher Journalisten sehr schnell aussortiert werden können. Und wem nicht auffällt, dass seit geraumer Zeit ein Russland-Bashing in unseren Medien stattfindet, dem ist nicht mehr zu helfen. Ich erinnere mich an so reisserische Titel wie "Putin tötet Hunde" vor Sootchi.
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    1. Antwort von M,Kaiser, Rebstein
      Herr Lopez , allein an solchen reisserischen unseriösen Ueberschriften und Titel wie" Putin tötet Hunde" erkennt man schnell, dass zu viele unseriöse Schreiberlinge hier und dort am Werke sind , die Menschen aufzuhetzen, anstatt Frieden zu stiften , man ergötzt sich noch am Elend der Anderen - sehr weit sind wir schon gesunken .
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    2. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Selbst wenn es das von Ihnen kritisierte "Russland-Bashing" gäbe: In den Kommentarspalten sämtlicher westlicher Online-Medien können sich die Putin-Freunde nach Herzenslust austoben und ungehindert auch die verrücktesten Thesen verbreiten. In allen Nachrichtensendungen deutscher, schweizerischer und französischer Kanäle, die ich regelmässige höre und schaue, werden alle Standpunkte korrekt und unvoreingenommen gewürdigt. Ich schaue auch das russische Staatsfernsehen – was für ein Unterschied!
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