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International Proteste in Ägypten enden in Gewalt

Seit das Militär Präsident Mursi abgesetzt hat, tobt in Ägypten ein Machtkampf. Die Muslimbrüder wollen den Putsch nicht hinnehmen. In der Nacht auf den Samstag gab es Tote und Verletzte.

Feuer in Kairo.
Legende: Mursi-Anhänger und Gegner liefern sich heftige Kämpfe. Reuters

Zehntausende Mursi-Sympathisanten sind seit dem Mittagsgebet in Kairo und anderen Städten auf den Strassen. Sie kämpfen gegen die Absetzung des Präsidenten. SRF-Korrespondent Pascal Weber spricht von «genau der Situation, die man befürchtet hatte». Die Situation drohe ausser Kontrolle zu geraten. Bilder von fliegenden Pflastersteinen und Petarden gehen um die Welt.

Tote und Verletzte

Als sich Islamisten in Kairo einer Kaserne der Republikanischen Garde nähern, fallen tödliche Schüsse. In dieser Kaserne wird der abgesetzte Präsident Mursi festgehalten – wird vermutet.

Insgesamt wurden mindestens 24 Personen getötet. 300 wurden verletzt. Mitglieder der Muslimbruderschaft beschuldigen das Militär, Schüsse abgegeben zu haben. Die Armee bestreitet, scharfe Munition eingesetzt zu haben. Die Mursi-Anhänger lieferten sich Strassenschlachten mit Oppositionellen.

Legende: Video Pascal Weber aus Kairo abspielen. Laufzeit 3:20 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.07.2013.

Bleiben, bis Mursi zurückkommt

Für die Islamisten ist die Absetzung Mursis ein Militärputsch, der nicht hinnehmbar ist. Überraschend trat der Führer der Muslimbruderschaft, Mohammed Badia, bei den Mursi-Anhängern auf. «Wir werden Mursi auf unseren Schultern tragend ins Amt zurückbringen», rief Badia. «Wir werden für ihn unsere Seelen opfern.»

Pascal Weber befürchtet, dass jüngere Muslimbrüder nicht mehr an den friedlichen Protest glauben. Sie könnten das Heft in die eigenen Hände nehmen, und gewaltsam gegen den Umsturz vorgehen.

Legende: Video Situation in Ägypten eskaliert abspielen. Laufzeit 1:58 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.07.2013.

Islamisten töten Soldaten

Auf der Halbinsel Sinai griffen militante Islamisten fünf Armeekontrollpunkte mit Gewehren und Panzerfäusten an. Ein Soldat wurde getötet, drei weitere verletzt. Das ägyptische Militär riegelte den Grenzübergang zum Gazastreifen ab.

Zwei Explosionen erschütterten die israelische Stadt Eilat an der ägyptischen Grenze. Über Opfer ist nichts bekannt.

Parlamentskammer ohne Macht

Interimspräsident Adli Mansur löste am Nachmittag das Oberhaus des Parlaments auf. Er ernannte Mohammed Ahmed Farid zum neuen Geheimdienstchef und berief dessen Vorgänger Mohammed Raafat Schehata zum Sicherheitsberater.

Der sogenannte Schura-Rat ist die zweite Kammer der Volksvertretung. Im vergangenen Jahr war das von islamistischen Kräften dominierte Gremium praktisch die einzige parlamentarische Institution. Dies, weil die Militärs die Volksversammlung – die erste Kammer – aufgelöst hatten.

Die Afrikanische Union (AU) hat die Mitgliedschaft Ägyptens nach dem Sturz Mursis ausgesetzt. Die AU teilte mit, die Absetzung Mursis verletze die Verfassung des Landes. Eine Mitgliedschaft sei wieder möglich, wenn die verfassungsmässige Ordnung wiederhergestellt sei.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von JP.Simon/ vom Narzissmus in die Realität Geschleuderter,, Tertiär
    Der Affe, bevor er auf den Baum kletterte, seine Extremitäten mehr der Krallen waren. Durch die Äste sind sie zu handlichen Greiforgane geworden, diese sich durch den aufrechten Gang differenzierten u heute unsere Hände,u. Füsse sind. Offenbar hatte das den Menschen nicht genügt, um in Ehrfurcht gegenseitigen Respekt zu leben u.von . Machtbesessenheit u. -gier abzusehen. Aus den Fingern sog man als universell geltende hlg Prinzipien, die heute den Menschen grässlich u. blutig vera...lbern
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  • Kommentar von JP.Simon / Nietzscheaner, Bern
    Hİsık,Die Schreibe von Hermann bestätigt,dass die Welt vor dem Islam und notabene vor dem Christentum nicht in einer Schieflage sich quälte, wie sie sich nach deren Entstehungen zu quälen begann und die Qualen ungeheure Ausmasse annehmen. Nicht dass die Welt vorher keine Kriege hatte, diese aber zweckgebunden waren. Sich zu quälen, wegen Anschauungen,die sich von nirgends ableiten, nirgends sich begründen, stehe ich nicht besser da, meinen Hausrat wegen einer Mücke kurz u.klein zu schlagen?
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Entspricht nicht ganz meiner Meinung, lieber J-P! Ich denke, die Misere begann viel früher, als vor etwa 1 Mio Jahren spezifisch menschliche Merkmale entstanden, nachdem sich Homo sapiens vor ungefähr 6 Mio Jahren vom Schimpansen verabschiedete. Wir befinden uns wohl noch immer in dieser Übergangsphase vom Affen zum Menschen, oder wir sind ganz einfach ein Topflop der Evolution. Eingebildet aber auf jeden Fall.
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    2. Antwort von JP.simon, Nietzscheaner, Bern
      Entspricht nicht ganz meiner Meinung, liebe Beppie Hermann, ist doch die Misere im dualen Weltsystem die andere Seite dessen, die man redliche Prosperität nennen kann. Wäre diese nie vorhanden gewesen,wir wären nicht hier.Der Mensch neigt immer, sich auf die Matratze legen zu wollen. Ist die Matratze in redlicher Arbeit angefertigt worden, so ist es Ruhe, liege man darauf. Ist sie von Kräften,die in nirgends begründet sind hingeworfen,auf diese zu liegen, man nenne es Faulheit (Misere)
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    3. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      "Redliche Prosperität", es gibt sie nicht! Gäbe es sie, wir wären SO nicht hier. In Wirklichkeit enttarnen sich fast alle schönen Dinge, die die Wirtschaft hervorbrachte, in Entstehung, Nutzen, Notwendigkeit, als überwiegend unbarmherzig in irgendwelcher Art. Wer aber will bei allem Schönen den eigentlichen Tatsachen ins Auge sehen? Ich erkenne keine richtungsweisende Wahrheit eines dualen Weltsystems, denn beide Seiten der Medaille stehen nicht in Einklang,eher ein Gleichgewicht des Schreckens
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  • Kommentar von JP.Simon/ vom Narzissmus in die Realität geschleuderter, Tertiär
    Der Affe, bevor er auf die Bäume stieg, krallenartigen Extremitäten hatte. Diese haben sich durch die Äste zu Greiforganen entwickelt. 2von denen, durch den aufrechten Gang sich in Feinheit differenzierten und heute unsere Hände sind. Muss das sonderbaren Menschen zu einfach gewesen sein.Mit der Tatsache, die uns genügen sollte, in gegenseitigen Respekt zuleben,ist keine Macht zu heischen. Ein aus der Luft gegriffenes hlg.Prinzip musste her,um die Menschheit in Blödheit zu veralbern.
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