Proteste in St. Louis nach erneut tödlichen Polizeischüssen

Noch mehr Polizeigewalt: Am Gedenktag für einen getöteten Schwarzen in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri erschiesst die örtliche Polizei erneut einen jungen Mann. Wieder brechen Unruhen aus.

Wütende Menschen gegen Polizisten

Bildlegende: Wieder hat die Polizei in St. Louis im Bundesstaat Missouri einen Schwarzen erschossen. Das provoziert Proteste. Reuters

Die Polizei in St. Louis im Bundesstaat Missouri hat abermals einen schwarzen Jugendlichen erschossen. Kurz vor Mittag am Mittwoch (Ortszeit) wollten zwei weisse Polizeibeamte in einem unsicheren Viertel eine Hausdurchsuchung durchführen. Laut Angaben der Polizei rannten daraufhin zwei junge Schwarze aus dem Hinterausgang des Hauses. Die Beamten hätten sie aufgefordert, stehen zu bleiben und ihre Waffen niederzulegen.

Einer der beiden habe seine Waffe auf die Polizisten gerichtet, worauf die Beamten ihn erschossen. Einer der Polizisten schoss viermal, einer einmal. Die Waffe, mit denen sie bedroht worden waren, sei gestohlen gewesen, sagte der Polizeichef von St. Louis, Sam Dotson. Er sagte, es sei auch Kokain gefunden worden.

Proteste nach den Todesschüssen

Nach der Schiesserei bildeten sich eine spontane Protestansammlung von Menschen auf den Strassen von St. Louis. Eigentlich hatten sie sich für einen Gedenkumzug für den vor einem Jahr in St. Louis getöteten Schwarzen, Kajieme Powell, versammelt.

Die Beamten setzten Tränengas ein, neun Demonstranten wurden festgenommen. Mehrere Geschäfte wurden laut dem Sender CNN geplündert. Die Menge griff die Beamten mit Flaschen an, und nach Angaben eines Zeugen soll auch ein leer stehendes Haus in Flammen aufgegangen sein.