Prozess gegen holländische Fussball-Rowdies

In den Niederlanden hat der Prozess gegen sieben Fussball-Rowdies begonnen. Die Jugendlichen werden beschuldigt, nach einem Junioren-Match einen Linienrichter attackiert und tödlich verletzt zu haben.

Clubhaus des SC Buitenboys in den Niederlanden.

Bildlegende: Die Attacke auf einen Linienrichter bescherte dem Amateurclub SC Buitenboys traurige Berühmtheit. Reuters

Das Juniorenspiel zwischen dem SC Buitenboys B3 und Nieuw-Sloten endete für den 41jährigen Schiedsrichterassistenten tödlich. Der Linienrichter war im Dezember nach dem Match in Almere von Jugendlichen angegriffen, beleidigt und gegen den Kopf getreten worden. Einige der Teenager traten noch auf ihn ein, als er bereits am Boden lag.  

Nach dem Angriff ging der Familienvater, dessen Sohn selbst in einer der Mannschaften mitgespielt hatte, zunächst nach Hause. Einige Stunden später wurde er jedoch wegen Unwohlseins ins Spital gebracht, wo er kurz darauf starb.

Nun müssen sich die sieben Jugendlichen und ein Vater vor dem Gericht für den Vorfall verantworten.

Überraschung zum Prozessauftakt

Gutachter betonten zum Prozessauftakt, dass der Linienrichter durch die Gewalt getötet worden sei. Schläge oder Tritte hätten zu einem Platzen der Halsschlagader geführt. Ein Gutachter der Verteidigung hatte dagegen festgestellt, dass der Mann einen genetischen Defekt an der Schlagader aufwies.

Der Prozess soll am 3. Juni enden. Den minderjährigen Angeklagten drohen Jugendstrafen von bis zu zwei Jahren. Der Erwachsene könnte für maximal 15 Jahre Haft verurteilt werden.