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International Prozess gegen ukrainische Helikopter-Pilotin vertagt

Ein russisches Gericht hat mit der Voruntersuchung gegen die ukrainische Kampfpilotin Nadescha Sawtschenko begonnen und schliesslich vertagt. Sawtschenko soll für den Tod zweier russischer Journalisten mitverantwortlich sein. Die Ukraine glaubt an einen Schauprozess.

Legende: Video «Prozess gegen Sawtschenko in Russland» abspielen. Laufzeit 1:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.07.2015.

Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen hat ein russisches Gericht im umstrittenen Fall der ukrainischen Kampfpilotin Nadescha Sawtschenko eine Voruntersuchung aufgenommen. Nach einigen Stunden wurde die Sitzung vertagt.

Ein neuer Termin war zunächst nicht bekannt. Staatsanwaltschaft und Verteidigung trugen bei der ersten Anhörung in der russischen Grenzstadt Donezk hinter verschlossenen Türen ihre Anträge vor.

Der Prozess wurde in der südrussischen Stadt Donezk angesetzt. Die Stadt liegt rund 200 Kilometer östlich der gleichnamigen Rebellenhochburg Donezk in der Ostukraine. Der erste Prozesstag wurde von einem grossen Polizeiaufgebot in der 50'000-Einwohner-Stadt begleitet.

Nadja Sawtschenko sitzt lächelnd hinter Gittern
Legende: Nadja Sawtschenko am 4. März 2015 Keystone/Archivbild

Lange Haftstrafe droht

Sawtschenko wird Beihilfe zum Mord an zwei russischen Journalisten im Konfliktgebiet Ostukraine vorgeworfen. Russische Ermittler hätten zahlreiche Beweise gegen die 34-Jährige gesammelt, sagte Wladimir Markin von der Ermittlungsbehörde in Moskau.

Die 34-Jährige soll im Juni 2014 die Position der Journalisten an das ukrainische Militär durchgegeben haben. Sawtschenko drohen deshalb bis zu 25 Jahre Haft. Auswertungen ihrer Handy-Daten sollen nun belegen, dass sie zum Zeitpunkt der Tat bereits gefangen gewesen war.

Prozess bald in Moskau?

Sawtschenkos Anwalt Mark Fejgin sagte der Agentur Tass, er stelle die Zuständigkeit des Gerichts an der Grenze zur Ukraine infrage. Die Verteidigung erklärte ausserdem, sich um eine Verlegung des Prozesses nach Moskau zu bemühen, damit das Verfahren nicht in der Nähe des Konfliktgebiets in der Ostukraine abgehalten wird.

Die USA riefen Russland auf, Sawtschenko umgehend freizulassen. Die Ukraine wirft Russland einen politisch motivierten Schauprozess vor. Sawtschenko sei im Donbass gefangen und gewaltsam über die Grenze verschleppt worden, heisst es aus Kiew. Der Kreml weist eine Einmischung in den Fall entschieden zurück.

33 Kommentare

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  • Kommentar von daniel kowalski, polen
    Also auch die schweizerische Presse gibt der Moerderin die Rueckendeckung. Natuerlich staunt mich es schon nicht, dass die westlichen Journalisten (gekaufte wie meint Udo Ulfkotte in seinem Buch unter diesem Titel) einfach bereit sind, ihre oestlichen Kollegen dem Main Stream und dem Tod zu opfern. Also erwarten wir keine solide Berichterstattung.
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Das was jetzt mit der Pilotin passiert ist unwürdig eines Staates. Die Propaganda treibt momentan seltsame Früchte. Man kann ein Land schlecht oder man kann Dinge besser machen als die anderen. Das der Regierungswechsel in der UA getürkt und von den USA mit langer Hand vorbereitet war, ist klar. Solche Dinge sollte man aufklären. Doch Gegner in einem Krieg vorzuführen, zeigt die eigene negative Einstellung zur Zukunft und zu Entwicklung.
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  • Kommentar von Hans Berger, Bern
    25 Artikel zu diesem Thema. 12 alleine von Frau Belg, das gibt einen schönen Batzen vom Kreml!
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    1. Antwort von N.Belg, Luzern
      Wäre schön, muss heute Zahlungen machen...
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