Zum Inhalt springen

International Rache auf griechisch: Nazi-Karikatur brüskiert Deutschland

Die Charmeoffensive hat nicht den gewünschten Effekt gebracht, nun verschärft sich der Ton wieder in Griechenland: Nicht bloss eine Karikatur in der Syriza-Parteizeitung sorgt für Unmut. Auch neuste Äusserungen des griechischen Finanzministers lassen die EU-Köpfe rauchen.

Es war ebenso schwierig wie denkwürdig: Das Gespräch zwischen dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble und seinem griechischen Pendant Yanis Varoufakis, das in der Feststellung mündete: «Wir sind uns einig, dass wir uns uneinig sind.» Und selbst die folgende, von Varoufakis und Ministerpräsident Alexis Tsipras lancierte Charmeoffensive fand bei den EU-Chefs nur bedingt Anklang.

Legende: Video Griechischer Balanceakt abspielen. Laufzeit 01:26 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.02.2015.

Nun versucht es Griechenland offenbar wieder mit der Peitsche. So erschien in der Parteizeitung der griechischen Regierungspartei Syriza eine Karikatur, die Schäuble in Wehrmachtsuniform präsentiert.

Unter der Überschrift «Die Verhandlung hat begonnen» werden ihm auf dem Bild folgende Worte in den Mund gelegt: «Wir bestehen darauf, Seife aus Eurem Fett zu machen.» Und: «Wir diskutieren nur über Düngemittel aus Eurer Asche.» Schäubles Sprecher Martin Jäger reagierte umgehend und verurteilte die Zeichnung als «widerwärtig». Der Autor sollte sich schämen, so Jäger in Berlin.

«Dann drückt man uns wieder unter Wasser»

Auch aktuelle Äusserungen von Finanzminister Varoufakis dürften kaum dazu beitragen, die erhitzten EU-Gemüter abzukühlen. Im Interview mit dem «Spiegel», Link öffnet in einem neuen Fenster verglich dieser die Methoden der in Griechenland ungeliebten Troika mit dem sogenannten «Waterboarding». Die Vertreter aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds würden sein Land ähnlich foltern wie die CIA ihre Gefangenen. «Kurz vor dem Herzstillstand wird uns gestattet, ein paar Atemzüge zu nehmen. Dann drückt man uns wieder unter Wasser, und alles geht von vorn los.»

Zwar räumte Varoufakis ein, dass die Beamten der Troika «anständige Leute» seien, doch: «Es gab auch bei der CIA sehr gute Menschen, die gegen ihren Willen beim Waterboarding eingesetzt wurden und sich deshalb in einem schrecklichen moralischen Dilemma befanden», sagte der griechische Finanzminister weiter.

Zum Schluss appellierte er wiederholt an die Bundesregierung, einem Schuldenschnitt für sein Land zuzustimmen.«Das wäre am Ende für die Gläubiger sogar günstiger als eine Verlängerung der Kredite.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

89 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Armin Stecher, Weinstadt (Deutschland)
    @Peter Meier: Sie haben Charlie Hebdo nicht verstanden. Man darf Meinungen äussern. Dazu gehört auch die Meinung zur Meinung anderer. Meinungen mit Gewalt zu unterdrücken ist etwas anderes.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Libor Jarolimek, Zurzach
    Night will fall! Ein Dokumentarfilm als Pflicht für alle Germanen und dann sagen sie nie mehr was über DEUnschuld. Raub und Mord, dass und nichts anderes haben sie im 2. Weltkrieg getan. Schweigen sie und gehen in die Kirche beten für ihre Vorfahren, dass Ihnen verziehen wird. Sie haben keine moralische Autorität über andere und anders denkende Menschen und Völker zu urteilen. Bezahlen sie ihre Schulden, die sie nie bezahlt haben und zu dennen DE verurteilt wurde!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marcel Chauvet, Neustadt
    Also liebes SRF, diese Kommentar von c.jaschko sind unterhalb jeglicher Gürtellinie. Eine einzige Hetzerei auf Deutschland als Hauptfinanzier der EU. Diese faustdicken Lügen und Verdrehung von Tatsachen sind bestimmt nicht geeignet das Niveau dieses Forums anzuheben, aber vielleicht ist es besser das ganze in die Kategorie Büttenreden eines Alkoholikers nahe einer Alkoholintoxikation einzuordnen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von c.jaschko, Bern
      Danke, auch ich finde Ihre NSA-Beiträge äusserst fraglich und aufhetzend aber ich werde nicht den SRF bitten Sie auszuschliessen da ich glaube an die wahre Demokratie und Freiheit und Gleichheit aller Menschen ... Lieber Marcel, Haben Sie einen angenehmen Tag ...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von c,jaschko, Bern
      Ihnen zu liebe, verabschiede ich mich von hier , danke und ciao ...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen