Zum Inhalt springen

International Rajapaksas Erbe lastet schwer auf Sri Lanka

Sri Lankas neuer Präsident Maithripala Sirisena verspricht dem Land mehr Demokratie. Doch das Erbe seines Vorgängers ist eine schwere Hypothek für die Zukunft: Hohe Schulden, hohe Inflation und vor allem die Folgen des Bürgerkrieges, die im Norden noch immer überall spürbar sind.

Fünfeinhalb Jahre nach dem Ende des blutigen Bürgerkriegs sind die gröbsten Wunden verheilt. Zumindest auf den ersten Blick. Die Eisenbahnverbindung zwischen der Hauptstadt Colombo und Jaffna ist wieder in Betrieb. Neue Bahnhöfe und neue Strassen sind gebaut.

Die Regierung hat viel investiert. Auch Tourismus gibt es im Norden Sri Lankas wieder. Singhalesen besichtigen die Schlachtfelder von einst und lassen sich im Museum die Waffen der besiegten tamilischen LTTE-Rebellen zeigen.

Tamilen sehen sich als Bürger zweiter Klasse

Für die tamilische Bevölkerung im Norden sieht der Alltag freilich anders aus. Noch immer leben viele in Lagern für Vertriebene - in Armut, hoch verschuldet und mangels Arbeit ohne viel Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Tamilen sehen sich als Bürger zweiter Klasse – aber sie haben auch ein neues Selbstbewusstsein entwickelt. Erstmals hat ein grosser Teil dieser Minderheit Präsidentenwahlen nicht boykottiert – mit überraschendem Erfolg: Bei der Abwahl des langjährigen Präsidenten Mahinda Rajapaksa spielten die Stimmen aus dem Norden eine entscheidende Rolle.

In seinen Nachfolger Maithripala Siriseni setzt die tamilische Minderheit grosse Hoffnungen: ein Ende der Besetzung durch das Militär, die Rückgabe der besetzten Gebiete, mehr Freiheiten und Rechte sowie die offizielle Anerkennung der eigenen Sprache.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Anna Annor, Bern
    Gerade erst 3 Tage sind es her, seit das 'Nie wieder!' beschworen wurde! Auch hier in Sri Lanka - der Staat lässt Autobahnen und Eisenbahnstrecken, sogar Hotels und Museen bauen - und gleichzeitig versucht derselbe Staat mit allen Mitteln Untersuchungen der UNO wegen Völkermord und Kriegsverbrechen zu verhindern. Alles wird schöngeredet und die Opfer werden einmal mehr zum Täter gemacht!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von m.mitulla, wil
    "Rajapaksas Erbe lastet schwer auf Sri Lanka" ist ein irreführender Titel. Der vorhergehende Präsident hat Ruhe und Strukturen geschaffen nach dem Krieg, wenn auch mit harter Hand. Die militanten Tamil Tigers befinden sich zu einem grossen Teil in Europa, bewaffnen sich und warten auf eine Gelegenheit, Sri Lanka wieder destabilisieren zu können. Sri Lankas neuer Präsident Maithripala Sirisena macht nicht den Eindruck, dass er längerfristig die Ordnung beibehalten kann.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen