Zum Inhalt springen

International Raketen-Alarm bei Airlines

Die Aufrüstung Russlands in Syrien alarmiert jetzt auch die internationale Luftfahrt. Wegen der Marschflugkörper, die Moskaus Truppe einsetzt, hat die Europäische Agentur für Luftfahrtsicherheit entsprechende Sicherheitshinweise veröffentlicht.

Legende: Video Flugsicherheit im Krisengebiet abspielen. Laufzeit 00:55 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 12.10.2015.

Internationale Luftfahrt-Organisationen und Airlines sind wegen der im Syrienkrieg eingesetzten russischen Marschflugkörper alarmiert.

Die Europäische Agentur für Luftfahrtsicherheit EASA habe eine entsprechende Sicherheitsinformation für Fluggesellschaften veröffentlicht, die den Luftraum über dem Kaspischen Meer, dem Iran und dem Irak nutzten, berichtet die deutsche Zeitung «Die Welt». Einige der vielbeflogenen Routen von Europa in den Mittleren Osten und in den Süden Asiens führten durch dieses Gebiet, berichtet das Blatt.

Noch keine Empfehlungen

Die EASA spreche in ihrem Hinweis noch keine speziellen Empfehlungen für die Fluggesellschaften aus. Sie werde jedoch den Sicherheitshinweis entsprechend ergänzen, wenn sie weitere Informationen zu der Lage in der betroffenen Region erhalte. Die Situation in den entsprechenden Lufträumen könne sich jeden Moment ändern, sagte ein EASA-Sprecher den Zeitungsangaben zufolge.

Vorkehrungen bei Air France

Air France hatte dem Bericht zufolge auf Empfehlung ihrer eigenen Sicherheitsdirektion hin am Samstag spezielle Vorkehrungen für den Überflug des Iran und des Kaspischen Meeres getroffen. Aus Sicherheitsgründen habe die französische Fluggesellschaft jedoch keine weiteren Einzelheiten nennen wollen.

Derzeit fliege Air France nicht über den Jemen, die Ostukraine, Syrien, den Irak und Libyen, teilte die Airline demnach mit. Die Sicherheitsabteilung habe zudem angeordnet, dass eine Pufferzone zwischen der vom Überflug verbotenen Zone und der Flugroute eingehalten werden müsse.

«Volatile Lage»

Nach aktueller Erkenntnis bestehe keine Erfordernis, auf alternative Routen auszuweichen, sagte eine Sprecherin von Lufthansa der «Welt». Aber grundsätzlich sei die Lage «volatil». Deshalb stehe Lufthansa in ständigem Austausch mit den deutschen und europäischen Flugsicherheitsbehörden, um reagieren zu können, falls die Lage dies erforderlich mache.

Russland feuerte nach eigenen Angaben vor wenigen Tagen erstmals auch von Kriegsschiffen im Kaspischen Meer aus Raketen auf Ziele in Syrien ab. Die Raketen legen bis zu ihrem Zielen mehrere Hundert Kilometer zurück und durchqueren dabei unter anderem den Luftraum des Irans und Iraks. US-Militärkreisen zufolge schlugen am vergangenen Mittwoch mehrere im Kaspischen Meer gestartete Marschflugkörper versehentlich im Iran ein. Russland dementierte dies.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

38 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Jetzt bombt Putin den letzten Rest der Behausungen in Syrien zusammen und und es flüchten so aus den Ruinen immer mehr nach Westeuropa. "Danke" auch für die den Raketenbeschuss Syriens von Russland aus. Wieder mal wird der internationale Flugverkehr gefährdet. Das scheint Putin egal zu sein, genauso egal wie ihm der Abschuss und die Toten von MH17 sind. Und da gibt es ebenso eifrige wie verblendete Putinisten hier, welche die alleinige Schuld an dieser Misere den USA zuschieben möchten
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Putin freut sich schon, die Russen-Propaganda gibt bekannt, dass sich dank des unermüdlichen Russen-Lufteinsatzes bereits 600 ausgebombte Terroristen auf den Weg nach Westeuropa gemacht hätten. Das ganze wird letztendlich so enden wie der sowjetrussische Krieg in Afghanistan, in einem Fiasko. dann kann man ja die Russen-Propaganda urplötzlich abdrehen, zumal es ja keine unabhängigen russischen TV-Sender mehr gibt, alle stehen unter staatlicher Kontrolle, unangenehme Fragen gibt es da keine.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Auch die ideologisch Verblendeten können sich nicht den Fakten verschliessen. Die Brandstifter in dieser Region sind die USA. Sie haben Tod und Chaos gebracht und bescheren uns eine Flüchtlingswelle biblischen Ausmasses. Seit einem Jahr fliegen sie Angriffe. Gegen wen? Keine Ahnung. Erfolg? Null. Und nun wollen uns unsere von der westlichen Propaganda Gesteuerten erklären, dass Russland eine Gefahr sei. Dabei sind sie offenbar die einzigen, die dort JEDEN Terrorismus bekämpfen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      ....wüsste jedenfalls nicht, dass das Bombardement der USA & Co. die internationalen Flugrouten gefährdet hat. Was USA & Co. machen, ist, wie Sie selbst sagen, ineffektiv. Und Putin will ja nur das Terrorregime Assads vor dem Untergang retten. Von einem Rückzug des IS habe ich nichts vernommen, im Gegenteil, die marschieren langsam aber sicher immer noch vorwärts. Nur Bodentruppen wären im Kampf effektiv, aber das gäbe einen Guerillakrieg mit fürchterlichen Gemetzeln, was auch Putin scheut
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @ MC: Das Bombardement der Russen gefährdet die Flugrouten nicht, war wieder einmal eine antirussische Propaganda-Ente. Dass der IS vorwärts marschiert wie viele anderen fragwürdigen Meldungen, beruhen auf einer zwielichtigen Informationsquelle aus London.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @Hans Bernoulli (H.Bernoulli), Zürich: Wüsste allerdings auch nicht, das sich dank Putins Luftkampf der IS zurückgedrängt wurde. Ist ja auch kein Wunder, Putin bekämpft in Wirklichkeit ja die Oppositionellen Assads.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Ist immer das selbe. Wenn die Übersicht verloren geht wird einfach mal blindlings gegen Russland geschossen. Dabei sind die Russen momentan die einzigen, die konsequent gegen jeglichen Terrorismus in dieser Region vorgehen. In Syrien gibt es einen einzigen legitimen Machthaber (gewählt!!!), ob der nun den USA passt ist irrelevant. Was die USA mit ihren diversen Umsturzversuchen angerichtet haben dürfte allseits bekannt sein. All dies müsste vor einem Kriegsverbrechertribunal geahndet werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen