Raketenteile, Kampfjets und nun scharfe Munition

Seit Mitte Juli liegt der nordkoreanische Frachter «Chong Chon Gang» in Panama vor Anker. Kurz vor der Ankunft von UNO-Inspektoren in Panama ist das Schiff vollständig entladen worden. Dabei erlebte die Polizei eine weitere Überraschung: An Bord fanden die Beamten scharfe Munition.

Der Frachter «Chong Chon Gang»

Bildlegende: Verborgen unter Zuckersäcken machten Ermittler in Panama eine explosive Entdeckung. Reuters

Mitte Juli entdeckten Ermittler unter Zuckersäcken kubanische Waffen in einem nordkoreanischen Frachter. Seither sitzt die «Chong Chon Gang» in Panama fest. Mittlerweile konnten die Entladungsarbeiten abgeschlossen werden.

In den letzten Tagen sei weitere Munition entdeckt worden, hiess es aus Ermittlerkreisen. Darunter auch Geschosse für Panzerbüchsen, berichtete der Fernsehsender TVN unter Berufung auf Staatsanwalt Javier Caraballo. «Das ist scharfe Munition», sagte er.

Colón liegt am atlantischen Zugang zum Panamakanal. Der 82 Kilometer lange Kanal verbindet den Atlantik mit dem Pazifik.

Bildlegende: Colón liegt am atlantischen Zugang zum Panamakanal. Der 82 Kilometer lange Kanal verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. SRF

Heute werden Inspektoren der Vereinten Nationen in Panama erwartet. Ab Dienstag sollen sie das Schiff und die Waffen untersuchen.

Die «Chong Chon Gang» war Mitte Juli an der Einfahrt zum Panama-Kanal gestoppt worden. Unter Zuckersäcken verbargen sich verschiedene Raketenteile, zwei Flugzeuge und mehrere Jet-Motoren. Das Material habe in Nordkorea repariert und dann wieder nach Kuba zurückgeschickt werden sollen, teilte die Regierung in Havanna mit. Zwei UNO-Resolutionen untersagen Waffenlieferungen an Nordkorea.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Kubas Regierung für Waffenfracht verantwortlich

    Aus Tagesschau vom 17.7.2013

    Das Kriegsmaterial, das gestern auf einem nordkoreanischen Frachter in Panama gefunden wurde, gehört Kuba. Die Kubanische Regierung liess ausrichten, es handle sich zur Hauptsache um alte Raketen, die zur Reparatur nach Nordkorea gebracht werden sollten.