Zum Inhalt springen
Inhalt

International Rassismus in den USA: Ein Problem, das längst nicht gelöst ist

In den USA ist eine neue Rassismus-Debatte im Gang. Diese Woche äusserte sich ein NBA-Basketball-Clubbesitzer abfällig über Schwarze und löste einen Sturm der Entrüstung aus. Kurz davor hatte bereits ein prominenter Cowboy die Vorzüge der Sklaverei gelobt.

Obdachlose Afroamerikanerin.
Legende: Afroamerikaner sind benachteiligt: Sie sind häufiger arbeitslos, arm und im Gefängnis. Keystone

Es gibt keine offiziellen Zahlen, aber es kommt immer wieder zu rassistischen Äusserungen. Die beiden Fälle, die in den Vereinigten Staaten die Medien und die Öffentlichkeit beschäftigen, sind jedoch in ihrer Unverfrorenheit und Deutlichkeit sehr speziell. Beide Herren haben sich für ihre rassistischen Aussagen bis jetzt auch nicht offiziell entschuldigt. Sie scheinen von der Richtigkeit ihrer Äusserungen überzeugt zu sein, trotz grosser Entrüstung von links bis fast ganz rechts.

Seit längerem beschäftigen solche Fälle auch die Politik und dies nicht nur wegen Präsident Barack Obama. Es sind auch nicht nur die Politiker und die Showstars, die diskutieren. Rassendiskriminierung ist wirklich ein Thema, über das man auch auf der Strasse oder beim Anstehen im Supermarkt redet.

Viele können zum Beispiel nicht verstehen, warum man nicht noch härter gegen den Besitzer des Basketballteams von Los Angeles vorgegangen ist. Der ist schon länger als Rassist bekannt und das obwohl just die Afroamerikaner im Team die Mannschaft so erfolgreich gemacht haben.

Keine grossen Veränderungen seit Obama

Die USA haben seit fünf Jahren mit Barack Obama erstmals einen Schwarzen als Präsidenten. Diese Tatsache hat das Verhalten in Rassismusfragen in den USA aber nicht gross verändert. Obama hat sich lange Zeit auch nicht besonders zum Thema geäussert – aus Angst vielleicht, dass er sonst am Ende nur als Präsident der Schwarzen und nicht als Präsident aller Amerikaner dastehen könnte.

Das hat sich aber vor rund einem Jahr, im Zusammenhang mit der Ermordung des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin, geändert. Der Angeklagte, ein weiss-hispanischer Mischling, wurde freigesprochen. Da hat sich Obama zum ersten Mal ausführlich zum Thema Rassismus geäussert – öffentlich als Präsident und auch sehr persönlich, mit Beispielen aus seinem eigenen Leben.

Im Alltag immer noch ein Thema

Rassismus ist auch heute noch immer im Alltag spürbar, wenn auch nicht so offen, wie in den beiden Fällen, die für Aufruhr in den Medien sorgen. Meist läuft dies eher diskret ab.

Afroamerikaner sind aber oft benachteiligt. Das zeigen die Zahlen. Sie sind deutlich öfter als andere Amerikaner arbeitslos, arm und im Gefängnis. Das ist kein Zufall, sondern die Folge einer systematischen Benachteiligung. Die ist heute gewiss geringer als früher – auch, weil man in den letzten 50 Jahren sehr viel unternommen hat, um das zu ändern.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Wieder mal schlampig recherchiert (abgesehen davon, dass Rassismus unter Schwarzen genauso verbreitet ist wie unter anderen Ethnien). Zu Sterling und den LA Clippers: Das Team war Jahrzehnte lang der Witz der NBA und hatte Null Erfolge aufzuweisen. Erst die letzten 3 Jahre ist das Team konstant gut, aber der Superstar des Teams, Blake Griffin, ist nicht schwarz, sondern hat einen schwarzen und einen weissen Elternteil und rote Haare.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von jo term, Zürich
    Viele Schwarze sind auch Rassisten, aber über das spricht man nicht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Samuel Bendicht, Bern
    Rassismus ist das Problem von schwachen, unsicheren Menschen, die sich für etwas besseres halten, dies aber nur zeigen können, in dem sie andere Gruppen von Menschen als minderwertig denunzieren, um sich so selber aufzuwerten. Rassismus kann man darum nur durch Bildung, Selbstbewusstsein und durch die Förderung eines starken Individuums ausrotten, denn alle Rassisten sind im Grunde extrem schwache, unsichere Menschen, die sich zu Rudeln zusammenschliessen müssen, um sich so mächtiger zu fühlen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen