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International Ratingagentur setzt US-Politiker unter Druck

Die Ratingagentur Fitch warnt die Politiker in Washington: Sollten sie ihr Land wegen ihrer Unnachgiebigkeit in die Zahlungsunfähigkeit schlittern lassen, würden die USA ihre Bestnote für Kreditwürdigkeit verlieren.

Die Frist läuft in ein paar Stunden ab, doch eine Einigung im Streit um das Budget ist nicht in Sicht. Jetzt schaltet sich die Wirtschaft ein und setzt Washington unter Druck: Sollten die unnachgiebigen Politiker die Zeit für eine Einigung ungenutzt verstreichen lassen, würden die USA ihre Bestnote für Kreditwürdigkeit verlieren. Damit hat die Ratingagentur Fitch gedroht.

Der Kongress hat bis Donnerstagnacht Zeit, die Obergrenze für Schulden anzuheben. Sollten sich die Parlamentarier bis dahin nicht einigen, dürfen die USA sich ab Freitag kein neues Geld mehr am Kapitalmarkt leihen. Sollte es soweit kommen, könnte die Regierung ihren Angestellten wohl keine Löhne und den Bürgern keine Sozialleistungen mehr bezahlen, befürchtet die Ratingagentur Fitch.

«All das würde die Wahrnehmung der US-Kreditwürdigkeit sowie die Wirtschaft beschädigen.» Zwar glaube man immer noch daran, dass die Schuldengrenze rechtzeitig angehoben werde, räumte die US-Agentur ein. Das «politische Spiel mit dem Feuer und die geringere finanzielle Flexibilität» habe das Risiko jedoch erhöht.

Bei der grössten Ratingagentur Standard & Poor's hatten die USA ihr Spitzenrating bereits vor zwei Jahren verloren. Hier besitzen sie seitdem die zweitbeste Note «AA+». Ein schlechteres Rating führt in der Regel dazu, dass ein Land für Kredite höhere Zinse bezahlen muss.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    Was soll diese ebenso verspätete wie seichte Drohung?Bei €-Ländern waren alle US-Agenturen unisono sehr schnell mit schlimmst möglichen Herunterstufen. Wo bleibt das USA-Rating von Standard & Poor's und Moody's? 3 USA Rating-Agenturen, Institutionen wo gewinnorientierte US-Investoren dahinter stehen. Denen will man natürlich, im Gegensatz zu den Euro-Ländern nicht weh tun. Unglaubwürdiger und widerlicher geht's wohl nicht.Eine unabhängige europäische Rating-Agentur müsste her
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  • Kommentar von Frédéric Weil, Adliswil
    Schon verrückt ... die Wirtschaftspolitik wird von den Ratingagenturen gemacht und nicht mehr von den Politikern. Vielleicht sollte man einmal diesen Agenturen den Friedensnobelpreis verleihen, denn sie sorgen sich ja sehr für den Frieden in den Märkten und zwischen den Parteien im Capitol. Oder doch den Nobelpreis für Medizin, für die Verabreichung weiterer bitterer Pillen in Kriesensituationen?
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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    Eine ausseramerikanische Ratingagentur hätte das Rating für die USA schon längst auf B und weniger heruntergestuft. Es fehlt in den USA einfach der Wille das Land aus dem finanziellen Schlamassel herauszuholen. Die US-Bürger sind sich ihrer prekären Lage wahrscheinlich garnicht bewusst oder wollen diese nicht wahr haben. Für eine radikale Umkehr müssen sich die USA endlich aus ihrer Rolle des "Weltpolizisten" verabschieden !
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