Razzien in Deutschland – Drei Islamisten verhaftet

Die deutsche Polizei hat nach landesweiten Razzien drei algerische mutmassliche Islamisten verhaftet. Sie sollen einen Anschlag in Berlin geplant haben. Nach zwei weiteren Verdächtigen wird gefahndet.

Zwei vermummte Polizisten führen einen Verdächtoigen weg, dessen Kopf mit einem Handtuch bedeckt ist.

Bildlegende: Im Berliner Stadtteil Kreuzberg führt die Polizei einen Verdächtigen weg. Reuters

Bei Razzien in mehreren deutschen Bundesländern hat die Polizei drei mutmassliche Dschihadisten verhaftet. Sie sollen an der Planung von Gewalttaten in Deutschland oder im europäischen Ausland beteiligt gewesen sein. Offenbar war auch ein Anschlag in Berlin geplant.

In der Bundeshauptstadt sowie in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen durchsuchten rund 450 Beamte die Wohnungen und Arbeitsstellen von vier mutmasslichen algerischen Islamisten.

Drei Personen verhaftet

Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft stehen sie im Verdacht, eine «schwere staatsgefährdende Gewalttat» vorbereitet zu haben. Zwei Männer wurden verhaftet, darunter der Hauptverdächtige. Auch die Ehefrau des Hauptverdächtigen wurde verhaftet.

Die beiden wurden in einer Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Attendorn verhaftet. «Ihnen wird in Algerien zur Last gelegt, Mitglied bei der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu sein», teilte die Polizei mit. Der Polizei zufolge gibt es zudem Hinweise, dass der Hauptverdächtige vom IS in Syrien militärisch ausgebildet wurde.

Die 27-jährige Frau aus Algerien sei wie ihr 35-jähriger Mann ebenfalls mit einem von den algerischen Behörden ausgestellten internationalen Haftbefehl gesucht worden, teilte die Polizei mit.

Ein weiterer Algerier wurde in Berlin verhaftet. Weiter gesucht wird laut Polizei nach einem 31-Jährigen in Berlin und einem 26-Jährigen in Hannover.

Untersuchungen laufen

Es gehe um mögliche Anschlagsplanungen in Berlin, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Es seien Mobiltelefone, Computer und Unterlagen sichergestellt worden. «Wir haben nicht die 'Smoking Gun' gefunden», so der Sprecher.

Die beschlagnahmten Unterlagen würden nun ausgewertet, um zu prüfen, ob sich der Verdacht erhärten lasse. Wie konkret die mutmasslichen Vorbereitungen waren, ist noch unklar. Der Sprecher sagte, es sei jetzt der richtige Zeitpunkt für die Razzien gewesen.

Der Berliner «Tagesspiegel» berichtete, Ziel sei der bei Touristen beliebte ehemalige Grenzübergang Checkpoint Charlie gewesen. Die Polizei habe zugegriffen, weil die Männer seit einigen Tagen nicht mehr über ihre Pläne geredet hätten. Die «Bild» berichtete dagegen, der Alexanderplatz sei im Visier gewesen.