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International Rebellen einigen sich mit Assad auf Abzug aus Homs

In Syrien ist die einstige Hochburg der Opposition gefallen: Präsident Baschar al-Assad und die Oppositionellen haben sich darauf geeinigt, dass die Rebellen Homs verlassen. Was bedeutet diese Entwicklung für das vom Bürgerkrieg geplagte Land?

Legende: Video «Erfolg für Assad» abspielen. Laufzeit 2:54 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.05.2014.

Rund 1500 Rebellen und 500 Verletzte sollen die Altstadt von Homs nach zwei Jahren Belagerung durch die Truppen von Präsident Baschar al-Assad verlassen.

Sollte der allerletzte Widerstand der Rebellen tatsächlich brechen, dann wäre das symbolisch bedeutend für das Assad-Regime, wie SRF-Nahostkorrespondent Philipp Scholkmann erklärt. «Denn Homs war einmal die sogenannte Hauptstadt der Revolution.»

Mit Assad weiterleben

Am Wochenende gab es Berichte, wonach Assads Truppen auch in anderen Teilen Syriens auf dem Vormarsch sind. In dem Zustand, in dem sich die Rebellen momentan befänden, sei es unmöglich, dass sie den Krieg gewännen, sagt Scholkmann. Sie seien konzeptlos und völlig zerstritten.

Auch die internationale Diplomatie scheine sich immer mehr auf den Standpunkt zu stellen, dass mit Assad weitergelebt werden muss. Dennoch erhält der Aufstand weiter Unterstützung aus dem Ausland und die Rebellen kontrollieren immer noch grosse Landstriche vor allem im Norden und im Osten des Landes.

Kriegsende nicht in Sicht

Die Oppositionellen streiten sich über ideologische Fragen und sind sich nicht einig, mit welcher Strategie der Krieg zu gewinnen ist. Ausserdem fehlt es an einem Anführer. Die Exil-Opposition, auf welche der Westen einmal gesetzt hatte, habe nie Einfluss auf dem Terrain gehabt, so Scholkmann.

«Und die vielen bewaffneten Gruppen in Syrien haben es in den mehr als drei Jahren Krieg nicht geschafft, mehr als nur punktuell zusammenzuarbeiten», sagt Scholkmann. «Die Dschihadisten sind sogar in Bruderkämpfen gefangen.»

Die Zersplitterung der Opposition widerspiegle die unterschiedlichen Sichtweisen der Mächte im Hintergrund, welche die Rebellen finanzieren, erklärt Scholkmann. Er denkt dabei unter anderen an die USA, an die Türkei, an Katar und an Saudi-Arabien. Diese Finanzierung der zerstrittenen Opposition und die Kompromisslosigkeit Assads verheissen wenig Gutes: «Es bedeutet wohl, dass der Krieg andauern und es noch mehr Vertriebene und Tote geben wird.»

5 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    In Syrien "gewinnt" so schnell niemand. Mächtige Unterstützer aus dem Ausland werden diesen Krieg noch lange kochen lassen. Inzwischen zieht sich Saudi-Arabien und Katar zwar langsam zurück, weil man in Ägypten gerade ein neues Schlachtfeld eröffnet hat. Dafür mischt aber Erdogan immer mehr in diesem Krieg mit.
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  • Kommentar von T. Hofer, Rosshäusern
    Die Entwicklung bedeutet für das vom Bürgerkrieg geplagte Land und seine notleidende Bevölkerung, dass zum aktuellen Zeitpunkt die Hoffnung auf ein Ende des Grauens ein kleines Bisschen grösser scheint. Möge der Schein nicht trügen und vor allem möge es morgen auch noch so sein - das wünsche ich den Betroffenen von ganzem Herzen!
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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    Auf Dauer wird Assad nicht gegen die vom Westen gesponserte Schlammschlacht ankommen können, es sei denn, die Bevölkerungen des Westens erwachen langsam und entziehen den kriegstreiberischen Schergen ihre Unterstützung. Die massiven Reaktionen auf die nicht mehr zu kaschierende Medienpropaganda hier und in DE stimmen trotz allem optimistisch. Syrien hätte schon längst fallen sollen und in der Ukraine läufts auch nicht nach Plan.
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    1. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      Der Kampf wird vor Ort auf dem Schlachtfeld entschieden und nicht in westlichen Hauptstädten und Medien.
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    2. Antwort von T. Hofer, Rosshäusern
      @R.Anderegg: Der Protest wäre gar nicht erst zum Kampf, geschweige denn zum Bürgerkrieg geworden, wenn nicht massive Geldströme an die "Rebellen" geflossen wären. Der Westen im üblichen Sinne ist zwar in diesem Fall in der Tat (zumindest) nicht zuvorderst an den Pranger zu stellen. Jedoch bestehen wohl kaum Zweifel, dass die stets offengelegte und grosszügige Unterstützung diverser arabischer Staaten und der Türkei, den Kampfverlauf entscheidend beeinflussen!
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