Rebellen rücken vor – Ausländer werden aus Südsudan evakuiert

Die Lage in Südsudan spitzt sich weiter zu: Nicht nur die UNO bringt ihre Leute in Sicherheit – auch die USA und Grossbritannien. Derweil marschieren die Rebellen vor und erobern strategisch wichtige Gebiete.


In Südsudan droht ein Bürgerkrieg

1:28 min, aus HeuteMorgen vom 23.12.2013

Am Sonntag haben Rebellen in Südsudan wichtige Teile des für die Ölindustrie zentralen Bundesstaates Unity erobert. Nach ihrem schnellen Vormarsch spitzt sich die Lage nun zu. Die UNO und die USA haben einen Teil ihrer Mitarbeiter in Sicherheit gebracht.

Das US-Aussenministerium meldete, man habe inzwischen etwa 380 US-Bürger und an die 300 Bürger anderer Länder aus dem Südsudan ausgeflogen. Sie seien mit Charter- und Militärmaschinen nach Nairobi oder an andere sicher Orte gebracht worden.

Bisher 500 Tote bei Unruhen

Auch der britische Aussenminister William Hague hat seine Landsleute aufgefordert, Südsudan zu verlassen.

Er kündigte an, die Regierung werde ein Flugzeug nach Juba schicken, um alle verbleibenden Briten ausser Landes zu bringen. Deutschland hat seine Bürger bereits ausgeflogen; Kenia hat Truppen in die Region Jonglei entsandt, um 1600 Kenianer zurückzuholen.

Hintergrund der vor rund einer Woche ausgebrochenen Unruhen ist ein Machtkampf Präsident Salva Kiirs mit seinem im Juli entlassenen Stellvertreter Riek Machar. Mindestens 500 Menschen wurden bisher getötet.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Tausende Zivilisten suchen Schutz vor der Gewalt. Flüchtlingslager der Uno in der Nähe der Ortschaft Bor.

    Afrikas jüngster Staat vor einem Bürgerkrieg

    Aus Echo der Zeit vom 23.12.2013

    Ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem entlassenen Stellvertreter Riek Machar ist vor zwei Wochen in Südsudan eskaliert. Inzwischen sind Machars Rebellen offenbar auf dem Vormarsch. Über 500 Menschen sollen bei den Kämpfen umgekommen sein, Zehntausende sind auf der Flucht.

    Patrik Wülser