Rechtsextremisten in Athen erschossen

In Griechenland wurden zwei Rechtsextremisten auf offener Strasse durch Schüsse getötet. Sie sollen der Partei «Goldene Morgenröte» angehört haben. Alle Parteien verurteilten den Anschlag.

Anti-Terroreinheiten der griechischen Polizei während ersten Untersuchungen am Tatort.

Bildlegende: Anti-Terroreinheiten der griechischen Polizei während ersten Untersuchungen am Tatort. Reuters

Nach der Erschiessung von zwei Parteimitgliedern vor den Büros der Neonazipartei «Goldene Morgenröte» in der Athener Vorstadt Irakleion sind alle Polizeieinheiten im Grossraum der Hauptstadt in Alarmbereitschaft versetzt worden. Das berichtete der staatliche Rundfunk.

Noch kein Hinweis zu den Tätern

Nach Angaben des griechischen Gesundheitsministers Adonis Georgiadis wurden zwei junge Menschen getötet und ein dritter Mann schwer verletzt. Ein Polizeioffizier bestätigte den schweren Zwischenfall.

Auch einen Tag nach den tödlichen Schüssen hat die griechische Polizei noch keine Hinweise auf die Täter. Eine ballistische Überprüfung habe ergeben, dass die Tatwaffe noch nie bei einem Terroranschlag oder Raubüberfall benutzt worden sei, berichtete der staatliche Rundfunk unter Berufung auf die Polizei.

Videoaufnahmen des Anschlags

«Es war ein sozusagen professionell ausgeübter Anschlag», sagte ein Polizeioffizier der Nachrichtenagentur dpa. Die Täter hätten nach einem «genauen Plan agiert und kaltblütig geschossen.» Offenbar handelte es sich bei den Tatwaffen um Maschinenpistolen, hiess es.

Laut Parteimitgliedern soll es ein Video von dem Anschlag geben. Die Täter waren nach Augenzeugenberichten auf einem Motorrad gekommen. Sie hatten Helme auf und trugen Handschuhe. Sie feuerten mehrere Schüsse ab. Anschliessend seien sie geflüchtet. Den Fall übernahm die Antiterrorabteilung der griechischen Polizei.

Energisches Vorgehen der Justiz

Alle griechischen Parteien verurteilen den schwerwiegenden Zwischenfall. Regierungssprecher Simos Kedikoglou sagte am Abend nach einem Treffen mit Regierungschef Antonis Samaras, Justiz und Gesellschaft würden energisch gegen solche Attacken vorgehen.

Die «Goldene Morgenröte» bestätigte auf ihrer Internetseite, dass die beiden Opfer der Partei angehörten. Ein drittes Parteimitglied sei schwer verletzt worden. Aus Krankenhauskreisen hiess es, bei den Toten soll es sich um einen 21- und einen 23-Jährigen handeln. Die verletzte Person sei 29 Jahre alt.

Mitte September hatte ein mutmassliches Mitglied der «Goldenen Morgenröte» einen linken Rapper in der Hafenstadt Piräus mit Messerstichen getötet.