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Säbelrasseln im Atomstreit «Reden ist nicht die Antwort»

  • Der amerikanische Präsident ist weiterhin nicht bereit für diplomatische Verhandlungen mit der Regierung Pjöngjang.
  • «Reden ist nicht die Antwort» schrieb Trump auf Twitter, einen Tag nachdem eine nordkoreanische Mittelstreckenrakete über Japan hinweg geflogen ist. Die USA hätten 25 Jahre lang mit Nordkorea verhandelt und ihnen «Erpressungsgeld» gezahlt, heisst es im Tweet weiter.
  • US-Verteidigungsminister, Jim Mattis, scheint anderer Meinung zu sein. Kurz nach dem Tweet des Präsidenten antwortete dieser auf eine entsprechende Frage eines Journalisten, die USA seien nicht am Ende mit diplomatischen Lösungen im Nordkorea-Konflikt.
  • Die US-Streitkräfte haben als Reaktion in Hawaii ihr Raketenabfangsystem getestet. Die Armee stufte den Test als erfolgreich ein.

Nordkorea hatte weitere Raketentest angekündigt. Woraufhin Trump am Dienstag betonte, dass auch militärische Optionen auf dem Tisch lägen. Der UNO-Sicherheitsrat kritisierte den Abschuss über Japan als sehr gefährlich.

Auch innerhalb den USA geht die Diskussion, um den richtigen Umgang mit der Führung im Nordkorea-Konflikt, weiter. Nur Stunden nach dem Tweet von Trump äusserte sich auch US-Verteidigungsminister Jim Mattis zum Nordkorea-Konflikt – und widersprach dem Präsidenten.

Vor einem Treffen mit dem südkoreanischen Verteidigungsminister im Pentagon antwortete Mattis auf eine Frage eines Journalisten: «Wir werden immer eine diplomatische Lösung haben». Südkorea und die USA würden weiterhin zusammenarbeiten, da sie eine Verantwortung hätten, die Sicherheit der Nationen und der Bevölkerung zu garantieren.

Trump befindet sich mit seiner harschen Sichtweise auf Konfrontationskurs zu den Experten in seiner Regierung. Sowohl im von Rex Tillerson geleiteten Aussenministerium als auch im Verteidigungsministerium herrscht die Ansicht vor, dass die Sanktionspolitik durchaus Früchte trägt. Führende Kongresspolitiker warfen dem Präsidenten zudem unverantwortliche Rhetorik vor.

Raketenabfangsystem getestet

Nach dem neuerlichen Raketentest Nordkoreas hat die US-Armee ebenfalls eine Mittelstreckenrakete zu Testzwecken in der Luft abgeschossen. Seit über zehn Jahren arbeiten die USA und Japan an dem Raketenabfangsystem, von dem sich Japan Schutz gegen militärische Angriffe aus Nordkorea erhofft.

Beim Test zerstörte eine SM-6-Abfangrakete eine herannahende Mittelstreckenrakete im Flug. Es war erst das zweite Mal, dass dies getestet wurde. Die lenkbare Abfangrakete wurde auf Kauai, einer der Hawaii-Inseln, abgeschossen. Gesteuert wurde sie von Bord des US-Zerstörers USS John Paul Jones aus.

Der Test habe Fortschritte erbracht bei dem Ziel, «ballistische Geschosse in ihrer Endphase abzuwehren», erklärte die US-Raketenagentur MDA. Die Technik werde weiterentwickelt, um mit neuen Bedrohungslagen Schritt zu halten.

12 Kommentare

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