Reformpolitikerin in Pakistan getötet

Die Welle der Gewalt im Zuge der Parlamentswahl in Pakistan reisst nicht ab. Am Samstag wurde eine führende pakistanische Reformpolitikerin aus der Partei des ehemaligen Cricket-Stars Imran Khan (PTI) getötet. Dieser beschuldigt den Chef der Vereinigten Volksbewegung MQM.

Männer tragen eine in ein Tuch gewickelte Leiche

Bildlegende: Zara Shahid Hussain wurde Opfer der Gewaltwelle, welche die Parlamentswahlen in Pakistan überschattet. Reuters

Eine Reformpolitikerin aus der Partei des ehemaligen Cricket-Stars Imran Khan (PTI) ist getötet worden. Zara Shahid Hussain sei der Polizei zufolge vor ihrem Haus in Karachi von zwei Männern erschossen worden, erklärte Khan.

Britische Regierung beschuldigt

Der Parteichef legte die Tat dem von England aus agierenden Chef der Vereinigten Volksbewegung MQM, Altaf Hussain, zur Last. Hussain habe in öffentlichen Übertragungen Mitglieder der PTI bedroht. Ausserdem mache er die britische Regierung verantwortlich, da er sie vor Hussain gewarnt habe, schrieb Khan auf Twitter.

Auch viele Pakistaner interpretierten eine Rede Hussains als Anstiftung zu Angriffen auf politische Rivalen. Bei der britischen Polizei gingen scharenweise Beschwerden ein. Hussain erklärte, seine Worte seien aus dem Kontext gerissen worden.

Die MQM reagierte empört auf die Vorwürfe und forderte Khan auf, sie zurückzunehmen. MQM-Chef Hussain wird in Pakistan wegen Mordes gesucht. Kanada stuft seine Partei als Terrororganisation ein, was er entschieden zurückweist.

Karachi ist die Hochburg der MQM. Bei der Parlamentswahl vor einer Woche gewann sie 18 der dort zu holenden 19 Sitze in der Nationalversammlung.