Regierungsgegner und -befürworter protestieren in Tunis

10'000 Tunesier haben in der Nacht in der Hauptstadt demonstriert. Auslöser war der Mord an einem Oppositionspolitiker.

Demonstrierende Regierungsgegner in der Nacht mit Kerzen in der Hand.

Bildlegende: Die Opposition auf dem Bardo-Platz: Sie fordert mehr Demokratie. Keystone

Auf dem Bardo-Platz, wo sich der Sitz der verfassunggebenden Versammlung befindet, kamen zunächst kurz vor dem Fastenbrechen bis zu 5000 Regierungsgegner zusammen.

«Das Volk will den Sturz der Regierung» und «Ja zur Demokratie – Nein zu rückständigen Ideen», skandierten sie. Die Regierungsgegner machen die Islamisten für den Mord an dem tunesischen Oppositionspolitiker Mohamed Brahmi verantwortlich. Dieser war am Donnerstag erschossen worden.

Sein 23-jähriger Sohn Ghassen wurde von der Menge jubelnd begrüsst. Die Demonstranten forderten den Rücktritt der Regierung und die Auflösung der Verfassunggebenden Versammlung.

Regierung kündigt Krisensitzung an

Ebenfalls auf dem Bardo-Platz und durch ein Polizeiaufgebot getrennt kamen am Abend rund 5000 Anhänger der Regierung zu Demonstrationen zusammen. Deren Zahl wuchs in der Nacht deutlich an.

«Das Volk ist muslimisch und wird niemals kapitulieren», riefen sie. Die tunesische Regierung setzte für Montag eine Krisensitzung des Kabinetts an.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Unruhen in Tunesien

    Aus Tagesschau vom 28.7.2013

    In Tunesien sorgt die Ermordung des Oppositions-Politikers Mohamed Brachmi weiter für Aufruhr. Nach der Beerdigung Brachmis am Samstag sind in der Hauptstadt Tunis und an anderen Orten Tausende auf die Strasse gegangen. Ihr Protest richtet sich vor allem gegen die regierenden Islamisten.