Zum Inhalt springen

Reichweite bis in die USA? Nordkorea feuert Interkontinental-Rakete ab

Legende: Video Nordkorea provoziert erneut mit Raketentest abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 28.11.2017.
  • Der Test einer Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-15 sei erfolgreich gewesen, berichten nordkoreanische Staatsmedien.
  • Das Pentagon bestätigt, dass Nordkorea eine Interkontinental-Rakete abfeuerte. Sie sei nach rund 1000 Kilometern Flug Richtung Osten ins Japanische Meer gestürzt.
  • Südkorea reagierte mit militärischen Übungen auf den erneuten Raketenstart Nordkoreas.

Nordkorea hat seine Rakete mit der bisher grössten Reichweite getestet. Nordkorea habe eine grosse historische Leistung erbracht, um «die staatliche Atomstreitmacht zu vervollständigen». Das Land habe damit sein «historisches Ziel» erreicht, eine Atommacht zu werden, hiess es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung.

Das Land hat ein historisches Ziel erreicht
Autor: Regierungserklärung Nordkoreas

Beobachter haben allerdings bereits Zweifel am Erfolg des Raketentests geäussert. Nach Angaben Japans flog sie 50 Minuten lang und landete nach etwa 1000 Kilometern in der sogenannten Ausschliesslichen Wirtschaftszone des Landes im Japanischen Meer.

Das südkoreanische Militär teilte mit, die Rakete habe eine Höhe von 4500 Kilometern erreicht. Laut US-Verteidigungsminister Jim Mattis handelte es sich um eine ballistische Interkontinentalrakete, die höher geflogen sei als frühere Raketen.

Internationale Empörung

Der jüngste Raketentest Nordkoreas löste weltweit Empörung aus. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, der Test untergrabe die internationale Sicherheit. Die EU sprach von einem weiteren inakzeptablen Verstoss Nordkoreas gegen internationale Verpflichtungen. Japans Vertreter im UNO-Sicherheitsrat sagte, man verurteile das Vorgehen Nordkoreas aufs Schärfste.

Nordkorea treibt Isolation voran

Zuletzt hatte das weitgehend isolierte Land Mitte September eine Rakete abgefeuert, die über Japan hinweggeflogen war. Durch mehrere Raketen- und Atomtests in den vergangenen Monaten haben sich die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA erheblich verschärft. Beide Seiten überzogen einander mit Drohungen und Kriegsrhetorik.

US-Präsident Donald Trump und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe warnten die nordkoreanische Führung, durch die fortgesetzten Raketentests die eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen. Nach einem Telefonat veröffentlichten die beiden Politiker eine gemeinsame Erklärung. Darin heisst es: «Die Provokationen des nordkoreanischen Regimes untergraben seine eigene Sicherheit und treiben seine Isolation in der internationalen Gemeinschaft voran.»

Der UNO-Sicherheitsrat setzte eine Dringlichkeitssitzung an. Das Treffen sei auf Bitten der USA, Japans und Südkoreas für Mittwochnachmittag (Ortszeit) einberufen worden, hiess es bei den Vereinten Nationen in New York.

Infografik: Nordkoreas Raketen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Man muss sich offenbar damit abfinden, dass Kim Jong-un ein Interessenausgleich mit wem auch immer völlig egal ist. Und daher gibt es auch keine Grundlage für eine Gesprächsdiplomatie mit Nordkorea. Die Rückfallposition heisst atomare Abschreckung, und die hat schliesslich auch auf der Nordhalbkugel ca. 35 Jahre lang ausgezeichnet funktioniert. Dazu braucht man nicht reden sondern nur glaubhaft machen, dass man im Falle eines Angriffs in der Willens ist, den Gegner vernichtend zu schlagen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Philipp Etter (Philipp Etter)
      Da habe ich schon anderes gehört, nämlich dass Nordkorea sehr wohl zu Gesprächen bereit wäre, allerdings nicht unter der Voraussetzung, dass zuerst alle Atomsprengköpfe vernichtet oder abgegeben werden müssen... Ob das so wahr ist, weiss ich nicht, aber dass Nordkorea unter solchen Voraussetzungen nicht mitmacht ist nachvollziehbar. Präsident Moon wollte eine Annäherung zwischen NK und SK, wurde auch deswegen gewählt und die Begeisterung über die Patriot Systeme in SK hält sich in Grenzen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Manuel Pestalozzi (M. Pestalozzi)
    Alle sind empört. Alle? Von Nachbarland China kein Pieps. Dabei kann die Weltmacht, wie man weiss, einiges an Empörung mobilisieren, wenn es ihm in den Kram passt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Winston Smith (Satiere für Demokratie)
    Muss sich dieser Stolbenberg dazu äussern? Ich meine ihn geht das ja mal garnichts an. Doch irgend einen Grund die NATO da mit einzubezihen und einen möglichen Weltkrieg auszulösen wird er sicher finden! Für die die es nicht wissen, der Verdeidigungspakt schliesst Asien ausdrücklich aus! Die NATO hat dort nichts verloren, auch wenn Amerika wieder krieg spielen will. Könnten ja wieder ein Schiff versenken un es NK in die Schuhe schieben wie im Vietnam! Oder Flugzeug absürtzen lassen wie bei Cuba
    Ablehnen den Kommentar ablehnen