Revolutionär und Menschenrechtler

Der Premierminister Libyens, Ali Seidan, wandte dem Gaddafi-Regime bereits früh den Rücken zu. Im Exil arbeitete der ehemalige Diplomat an der Befreiung Libyens und engagierte sich für Menschenrechte.

Portträt von Ali Seidan.

Bildlegende: Ali Seidan macht eine Pause nach seiner Rede vor dem UNO-Menschenrechtsrat im Februar 2013. Reuters

Es war ein schwieriges Amt, welches Ali Seidan 2012 bei seiner Wahl zum Premierminister Libyens antrat. Nach einem Monat und vier Anläufen schaffte es Seidan, die erste gewählte Regierung zu installieren. Sein höchstes Ziel in dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land war es, so schnell wie möglich Sicherheit herzustellen. Dafür setzte er die Bildung einer professionellen Armee und Polizei zuoberst auf seine Agenda.

Leben im Exil

Unter dem früheren Machthaber Muamar al-Gaddafi war Ali Seidan lange als Diplomat tätig. Im Jahr 1980 wandte er der Gaddafi-Regierung aber den Rücken zu. Damals arbeitete er auf der libyschen Botschaft in Indien. Die nächsten dreissig Jahre verbrachte Seidan im Exil. Unter anderem auch in Genf, wo er sich als Anwalt für Menschenrechte engagierte.

Wichtige Rolle im Kampf gegen Regime

Seidan war Mitglied der im Ausland von Dissidenten gegründeten Oppositionsbewegung Nationale Front zur Rettung Libyens (NFSL), eine der ältesten Organisationen im Kampf gegen das alte Regime. Seidan spielte ausserdem eine entscheidende Rolle bei der Überzeugung der internationalen Gemeinschaft, die Rebellen im Kampf gegen das Gaddafi Regime zu unterstützen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Rätsel um Libyens Premierminister Ali Seidan

    Aus Tagesschau vom 10.10.2013

    Der libysche Premierminister Ali Seidan ist wieder frei. Er wird am frühen Morgen von Milizionären verschleppt, kommt später wieder frei. Mal wird von Entführung gesprochen, dann von einer Festnahme. Einschätzungen von Michael Lüders in Berlin