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International Rezession treibt Arbeitslosigkeit auf Rekordhoch

Über 19 Millionen Menschen ohne Job: Mehr als jeder Zehnte in den Ländern mit der Eurowährung hatte im April keine Arbeit. Besonders düster sieht es bei jungen Menschen im Süden Europas aus.

Legende: Video Arbeitslosigkeit in Euro-Zone auf Höchststand abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.05.2013.

Ein neuer Arbeitslosen-Rekord: 19,4 Millionen Männer und Frauen in den 17 Staaten der Eurozone sind erwerbslos. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mit. Im Vergleich zum Monat März kamen im April 95‘000 Stellenlose dazu – die Arbeitslosenquote stieg damit auf 12,2 Prozent.

Verheerende Zahlen aus Griechenland

Die Kluft im Euro-Raum ist gross: Am wenigsten Arbeitslose leben in Österreich. Dort beträgt die Arbeitslosenquote 4,9 Prozent. In Italien erreichte die Arbeitslosenquote mit 12,0 Prozent den höchsten Wert seit 36 Jahren.

Dramatisch ist die Lage in Spanien: 26,6 Prozent der Bevölkerung sind ohne Arbeit. Besonders schwierig ist die Lage von 1,9 Millionen spanischen Haushalten, in denen keiner einen Job hat. Nach dem staatlichen Statistikamt (INE) sind in elf Prozent der spanischen Familien alle Angehörigen ohne Arbeit. Das Schlusslicht führt Griechenland an. Mit einer Arbeitslosenquote von 27 Prozent – allerdings nach Zahlen vom Februar.

Jugendliche besonders betroffen

Gravierend ist auch die Jugendarbeitslosigkeit im Euro-Raum. Sie kletterte auf eine Quote von 24,4 Prozent. Deutschland verzeichnete mit 7,5 Prozent die niedrigste Quote – die höchste vermeldete auch hier, mit 62,5 Prozent, Griechenland (Februar 2013).

Die unverhältnismässig hohe Arbeitslosigkeit bei den jungen Leuten hat zumindest zum Teil statistische Gründe: Die Eurostat-Experten klammern bei ihren Berechnungen junge Männer und Frauen in Studium oder Ausbildung aus. Dies verkleinert die Bezugsgruppe der Unter-25-Jährigen. Damit fällt jeder Arbeitslose stärker ins Gewicht der Statistik.

Grund für die schlechten Zahlen ist die Wirtschaftskrise. Erst in dieser Woche hatte die OECD ihre Prognose für die Euro-Zone gesenkt. «Eine kräftige Erholung ist nicht in Sicht», sagte ein Ökonom. Das Bruttoinlandsprodukt soll in diesem Jahr um 0,6 Prozent schrumpfen. Bislang war ein Minus von 0,1 Prozent vorhergesagt worden.

Arbeitslosigkeit im Euro-Raum im April 2013 (* Februar 2013, ** März 2013)

Zahlen vom April 2013. Länder mit 2 Sternen: März 2013. Länder mit 1 Stern: Zahlen Februar 2013.
LandArbeitslosenquote
Österreich4.9
Deutschland5.4
Luxemburg5.6
Malta6.4
Niederlande6.5
Finnland8.2
Belgien8.4
Estland**8.7
Slowenien10.2
Frankreich11.0
Italien12.0
Irland13.5
Slowakei14.5
Zypern15.6
Portugal17.8
Spanien26.8
Griechenland*27.0
Legende: Video Falsche Studien mit gravierenden Folgen abspielen. Laufzeit 06:26 Minuten.
Aus ECO vom 27.05.2013.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    So sieht das wahre gesicht der EU aus. Die EU hat es nicht im Griff, im gegenteil sie Zerstoert immer mehr mit den Regelungen und Forderungen, und was ist das Resultat? CHAOS! Es wird sich auch nicht aenderen, bis es Kracht, und der EURO sowie die EU zusammen bricht. Die EU hat mit den hohen MwSt. und Steuern ihr eigenes Grab geschaffen, und werden an dem Untergehen, anstelle die Steurern und den MwSt zu senken, dass die Leute wieder Kaufen und so die Wirtschaft ankurplen, inkl. neuen arbeitsst.
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Als die Globalwirtschaft als die Wirtschaft der Zukunft mit Möglichkeiten, die es zu nutzen gelte, propagiert wurde, hat keiner an die Kehrseiten dieser Globalisierung gedacht. - Nun haben wir diese "Fehlleistungen" eingefahren, und keiner will's gewesen sein.
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  • Kommentar von Gerhard Himmelhan, Naters
    Muss mich zum xten mal wiederholen, dass im Zuge der Globalisierung tausende Arbeitsplätze der Bekleidungsindustrie u.a. nach Asien ausgelagert wurden und das auch v. CH-Firmen. Die Arbeitsplatzmisere war programmiert. Das ist als würde man seinem Kind das Essen nehmen! Es ist höchste Zeit diesen Kapitalfehler rückgängig zu machen. Der Konsument muss bereit sein etwas mehr zu zahlen und die Wirtschaft etwas weniger zu verd. Zuwanderung v. Süden in den Norden ist keine Lsg. Nahe am Verbr. produzi
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