Rohani folgt auf Ahmadinedschad

Die Ära Mahmud Ahmadinedschad ist nun endgültig vorbei: Irans oberster Führer hat den neu gewählten Präsidenten Hassan Rohani in sein Amt eingeführt.

Hassan Rohani

Bildlegende: Der Westen erhofft sich von Rohani grössere Chancen für eine diplomatische Lösung im Atomstreit. Keystone

Im Juni wählte das iranische Volk seinen neuen Präsidenten: Gleich im ersten Wahlgang erreichte der Geistliche Hassan Rohani die erforderliche Mehrheit. Der 64-Jährige bekam 50,7 Prozent der Stimmen. Dieses Wochenende kommt es zum effektiven Machtwechsel.

Video ««Rohani braucht schnelle Erfolge» abspielen

«Rohani braucht schnelle Erfolge

1:56 min, aus Tagesschau vom 3.8.2013

Die Verfassung sieht vor, dass zunächst der oberste Führer, Ajatollah Ali Chamenei, den Präsidenten bestätigt. Dieser sagte: «Das iranische Volk hat erneut den Weg der Demokratie fortgesetzt und auch diesmal dem islamischen Establishment sein Vertrauen ausgesprochen.» Rohani sei «eine anerkannte Persönlichkeit», die die Ziele des Systems verwirklichen werde. Mit einem Kuss auf die Stirn überreichte Chamenei Rohani die amtliche Akkreditierung.

«Ich werde immer ehrlich sein»

Rohani betonte anschliessend in seiner Antrittsrede: «Das Land muss den radikalen Kurs vermeiden und einen moderaten einschlagen, denn nur ein moderater Kurs führt uns zu Wohlstand und Fortschritt.» Seine Aufgabe sei es, die Hoffnungen der Menschen nicht zu enttäuschen. «Ich werde immer ehrlich sein, aber ich kann auch nicht alles kurzfristig umsetzen», sagte der moderate Kleriker.

Am Sonntagnachmittag folgt die Vereidigung vor dem Parlament in Teheran.

Kurz vor der Zeremonie stifteten Auszüge aus einer Rede Verwirrung. Iranische Medien zogen frühere Berichte zurück, in denen sie Rohani mit israelfeindlichen Formulierungen angeblich falsch zitiert hatten.