Rohani will schnelle Lösung im Atomstreit

Im Streit um das iranische Atomprogramm kommen erstmals seit langem wieder versöhnliche Töne aus dem islamischen Land. Der neue Präsident Rohani stellt eine schnelle Lösung in Aussicht und zeigt sich offen für Gespräche mit dem Erzfeind USA.

Rohani bei der Pressekonferenz

Bildlegende: Rohani hat sich zuversichtlich gezeigt, dass bei neuen Atomgesprächen schnell Fortschritte erzielt werden können. Keystone

Der iranische Präsident Hassan Rohani hält eine schnelle Lösung im Atomstreit mit dem Westen für möglich. «Die Lösung im Atomstreit ist meiner Auffassung nach einfach und könnte daher auch schnellstens und kurzfristig erreicht werden», sagte Rohani in Teheran in der ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt.

«Wir sind jedenfalls bereit, diesbezüglich alle Bedenken der internationalen Gemeinschaft auszuräumen», betonte er. Der Westen verdächtigt den Iran, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten, was Teheran bestreitet.

«Im Atomstreit sollte keine Zeit vergeudet werden», sagte Rohani. Ein qualifiziertes Team werde bald aufgestellt, um Verhandlungen mit dem Westen aufzunehmen. Der Schlüssel zu erfolgreichen Gesprächen liege im respektvollen Dialog, nicht aber in Drohungen, sagte Rohani. Sein Land werde sich nicht einschüchtern lassen.

Der Iran habe laut internationalen Vorschriften ein legitimes Recht auf ein friedliches Atomprogramm, sagte Rohani. Kein anderes Land könne dem Iran dieses Recht aberkennen. Dennoch wolle das Land im Rahmen konstruktiver Verhandlungen diesen langjährigen Disput beenden.

Dialog mit USA nicht ausgeschlossen

Auch in Richtung der USA äusserte sich Rohani versöhnlich. «Die Tür ist offen; falls es den Interessen des Landes dienen sollte, werde ich mit jedem Land reden», sagte Rohani. Entscheidend seien jedoch nicht verbale Äusserungen, sondern die praktischen Schritte Washingtons.

«Positive Signale und dann neue Sanktionen im Kongress sind für mich ein Paradox und daher inakzeptabel», sagte der moderate Kleriker. Ausserdem sollten die Amerikaner ihre eigenen Interessen wahrnehmen, anstatt sich auf die Interessen Israels zu fokussieren.

Begrenzte Macht

Der erst am Sonntag vereidigte Rohani gilt im Vergleich zu seinem Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad als vergleichsweise gemässigt. Allerdings werden die grossen Linien der Aussenpolitik im Iran nicht vom Präsidenten, sondern vom geistlichen Oberhaupt Ajatollah Ali Khamenei festgelegt.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

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