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International Rom erwartet einen Pilgeransturm

Möglicherweise sind es «nur» einige Hunderttausend, vielleicht aber auch mehrere Millionen. Tatsache ist: In Rom werden am Wochenende zur Heiligsprechung von Johannes Paul II. und Johannes XXIII. viele Pilger erwartet. Eine logistische Herausforderung.

Legende: Video Bereits sind tausende Pilger in Rom (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 0:34 Minuten.
Vom 25.04.2014.

In Rom findet man in diesen Tagen einen Parkplatz. Das meldet SRF-Korrespondent Massimo Agostinis. Der Grund: Die Einheimischen sind ans Meer oder zu Verwandten gefahren. Sie flüchten vor den Pilgermassen, die am Wochenende zum katholischen Grossereignis erwartet werden. Papst Franziskus spricht am Sonntag in einer feierlichen Zeremonie zwei seiner Vorgänger der Neuzeit heilig, Johannes Paul II. und Johannes XXIII.

Dazu reisen Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Besuchern aus der ganzen Welt an. So genau weiss das offenbar niemand, die Schätzungen gehen weit auseinander. Auch Dutzende Staatspräsidenten, Regierungschefs und Vertreter von Königshäusern werden kommen.

Grosse logistische Herausforderung

Rom sei für den Ansturm einigermassen gerüstet, sagt der Italienkorrespondent. Seit dem Jubiläumsjahr der Jahrtausendwende habe man die Infrastruktur angepasst. Am Wochenende gibt es über 4000 Parkplätze für die Reisebusse, fast 1000 WC-Häuschen stehen parat, 2000 Polizisten sind im Einsatz und 2600 Freiwillige kümmern sich um die Pilger. Der Zivilschutz will vier Millionen Wasserflaschen verteilen.

Hotels und Pensionen im Zentrum sind ausgebucht und die Verantwortlichen gehen davon aus, dass viele wohl in den Parks übernachten werden. Oder sie verbringen die Nacht mit Beten. Den Pilgern stehen in der Nacht vor dem sonntäglichen Event auf dem Petersplatz 13 Kirchen offen. Auch für Unterhaltung ist gesorgt. Im Teatro Brancaccio wird das Musical «Johannes Paul II. » aufgeführt.

Vatikan als Geldquelle für Rom

Solche Grossanlässe sind für den Tourismus in Rom wichtig. Doch die grosse Geldschwemme wird nicht erwartet. Denn es kommen vor allem gläubige Pilger. Das sind eher sparsame Besucher. Sie bleiben nicht tagelang in der Stadt und geben eher wenig Geld für Unterkunft und Essen aus.

Trotzdem: Der Vatikan ist lukrativ für die italienische Hauptstadt. Er ist ein Magnet – nicht nur an solch speziellen Feiertagen. Das habe sich mit Papst Franziskus noch verstärkt, sagt Agostinis. «Er ist ein Medienpapst, der auch zu normalen Zeiten jeden Mittwoch und jeden Sonntag Zehntausende anzieht.»

Vollbesetzter Petersplatz in Rom bei der Seligsprecheung von Johannes Paul II. – viele polnische Fahnen sind zu sehen
Legende: Viele Polen feierten schon am 1. Mai 2011 die Seligsprechung Johannes Paul II. auf dem Petersplatz. Keystone

Milliarden werden zuschauen

Es ist daher nicht erstaunlich, dass die Heiligsprechung auch ein grosses Medienereignis wird. Der Vatikan schaltete dafür eine eigene Internetseite auf und die Zeremonie soll in mindestens 20 Länder in 3D übertragen werden. Wahrscheinlich werden weltweit etwa zwei Milliarden Menschen live am TV mit dabei sein.

12 Kommentare

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