«Ruby»-Prozess gegen Berlusconi geht in die Schlussphase

Schon mehrere Jahre zieht sich der «Ruby»-Prozess gegen den ehemaligen Premier Italiens hin. Nach einer zweimonatigen Pause wird die Verhandlung nun mit den Plädoyers fortgesetzt. Mit einem Urteil ist noch bis Ende Mai zu rechnen.

Mit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft ist der «Ruby»-Prozess gegen Silvio Berlusconi in Mailand wieder aufgenommen worden. Zuvor war er zwei Monate unterbrochen.

«Systematische Prostitution»

Die Vorwürfe der Anklage sind happig: Der ehemalige italienische Regierungschef soll nicht nur sein Amt missbraucht haben. Auch Sex mit einer minderjährigen Prostituierten wird ihm vorgeworfen. In seiner Villa Arcore habe es «systematische Prostitution» gegeben. 

Berlusconi habe auch sehr wohl gewusst, dass seine Sex-Partnerin «Ruby» zu dem Zeitpunkt noch minderjährig gewesen sei, so die Anklage. Für die Abende in Arcore sei Geld direkt von ihm an die junge Frau geflossen.

Silvio Berlusconi

Bildlegende: Die Staatsanwaltschaft will Berlusconi für mehrere Jahre hinter Gittern sehen. Reuters

Staatsanwältin Ilda Boccassini fordert eine mehrjährige Haftstrafe. Die Verteidigung plädiert auf Freispruch auf der ganzen Linie. Ein erstinstanzliches Urteil um die angeblichen wilden «Bunga-Bunga»-Nächte in Berlusconis Villa Arcore bei Mailand könnte damit noch in diesem Monat kommen.

Ein Prozess von vielen

Im Zentrum des -Prozesses steht die damals 17 Jahre alte Marokkanerin Karima El Marhoug, genannt «Ruby». Mit ihr soll Berlusconi Sex gegen Geld gehabt haben. Beide bestreiten das.

Es ist einer von mehreren Prozessen, in denen Berlusconi angeklagt ist. Vergangene Woche erst war er wegen Steuerbetrugs verurteilt worden.