Zum Inhalt springen

International «Rücksichtsvolle» Proteste in Hongkong

Aufrufe, mit Polizisten nett umzugehen und gegenseitige Rücksichtnahme: Die Proteste in Hongkong fallen aus dem Rahmen. Tobias Brandner, Uniprofessor in Hongkong, schildert seine Eindrücke.

Die Proteste in Hongkong gehen unvermindert weiter. Während der dreitägigen chinesischen Nationalfeierlichkeiten werden sogar noch mehr Demonstranten auf der Strassen der Metropole erwartet.

Unter ihnen ist auch der Schweizer Tobias Brandner. Er ist Theologieprofessor an der Chinese University of Hong Kong und lebt seit 18 Jahren in der Stadt. Brandner nimmt mit seinen politisch sehr interessierten Studenten aktiv an den Protesten Teil und engagiert sich in Diskussionsforen.

«Eine rücksichtsvolle Stimmung»

Brandner bestätigt den Eindruck eines friedlichen und sehr gut organisierten Protests. «Es herrscht eine sehr rücksichtsvolle Stimmung. Die Leute geben Acht aufeinander und zeigen auch Verständnis für Leute, die anderer Meinung sind.» Man lehne sie nicht ab, sondern höre ihnen geduldig zu.

Diese Art der Freundlichkeit sei während den Protesten zum Programm geworden. Laut Brandner wollen die Hongkonger der Weltöffentlichkeit zeigen, dass sie keine aggressive Haltung vertreten.

«Eine 68-jährige Demonstrantin hat die Leute dazu aufgerufen, verständnisvoll mit den Polizisten zu sein und gewissermassen liebevoll mit ihnen umzugehen», berichtet der Professor.

Keine Anzeichen für gewalttätige Demos

Momentan gibt es für ihn keine Anzeichen, dass diese friedliche Stimmung bald kippen könnte. Die Regierung lasse die Proteste laufen, ohne einzugreifen. Für die nächsten fünf Tage bestehe sicher kein Handlungsdruck.

Die Nationalfeierlichkeiten würden noch bis Donnerstag dauern, dann folge ein einzelner Arbeitstag bevor das Wochenende beginne. «Ein entscheidender Moment wird der kommende Montag sein. Dann werden alle etwas müde sein und endlich Resultate von ihren Protesten sehen wollen.»

Hacker greifen Aktivisten an

Mit einem seltenen Trojaner für Mobiltelefone haben vermutlich chinesische Hacker die pro-demokratischen Demonstranten in Hongkong angegriffen. Die Spionagesoftware befalle sowohl Android-Handys als auch das Apple Betriebssystem iOS. Die Hacker könnten damit E-Mail, Kurznachrichten, Adressbücher, Anrufdaten, Benutzernamen oder Passwörter lesen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Am 30. September 2014 begann China, den chinesischen Yuan und den Euro ohne Umrechnung über den Dollar zu tauschen. Und die USA hat die sozialen Netzwerke schon längst als Waffen entdeckt, um Leute mobilisieren zu können. Leute, die dann aber eigentlich nicht wissen, was sie tun und sich nur selbst ins Chaos stürzen. Man braucht doch irgendwie nur 1 + 1 zu addieren...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen