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Legende: Video Nur wenige Protestierende sind noch am Flughafen abspielen. Laufzeit 00:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.08.2019.
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Ruhe nach dem Sturm Hongkonger Flughafen ist wieder offen

  • Nach gewaltsamen Protesten und zahlreichen Flugausfällen hat der Flughafen von Hongkong am Mittwochmorgen (Ortszeit) seinen Betrieb wieder aufgenommen.
  • Zuvor war der Betrieb zwei Tage lang «ernsthaft gestört» und zeitweise ganz zum Erliegen gekommen, wie die Flughafenbehörde mitteilte.
Legende: Video Aus dem Archiv: Protestierende legen Flughafen in Hongkong lahm abspielen. Laufzeit 01:39 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.08.2019.

Nachdem es am Dienstag zu Rangeleien zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen war, bei denen diese auch Tränengas einsetze, hatte sich die Lage später beruhigt. Am frühen Mittwochmorgen harrten nur noch wenige Protestierende in dem Gebäude aus, in dem sich zuvor tausende
schwarz gekleidete Demonstranten versammelt hatten.

Schlangen vor den Check-In-Schaltern

Die Flughafenbehörde erklärte, sie habe eine einstweilige Verfügung erwirkt, die es Demonstrierenden verbiete, den Betrieb des Flughafens zu stören. Zudem dürften sie sich nur noch in speziellen Bereichen aufhalten. Augenzeugen zufolge öffneten Check-In-Schalter wieder, und es bildeten sich davor Schlangen hunderter gestrandeter Reisender. Arbeiter reinigten unterdessen das Gebäude von Blut und beseitigten Trümmer.

Die Polizei warf den Demonstranten vor, sie hätten einen Besucher und einen Journalisten angegriffen. Die Polizei nahm fünf Personen fest, damit steigt die Zahl der Inhaftierten seit Beginn der Proteste auf über 600.

Hongkongs Regierung hat die Gewalt von Demonstranten am Hongkonger Flughafen verurteilt. Es habe sich um «entsetzliche Taten gehandelt», sagte ein Sprecher der Hongkonger Regierung nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.

Trump meldet chinesische Truppenbewegungen

Laut US-Präsident Donald Trump verlegt China bereits Truppen an die Grenze zu Hongkong. Trump berief sich dabei auf US-Geheimdienstinformationen. Es blieb zunächst unklar, ob er von neuen Truppenbewegungen sprach oder von Verlegungen, über die in den Medien zuvor berichtet worden war. «Unsere Geheimdienste informieren uns, dass die chinesische Regierung Truppen an die Grenze nach Hongkong verlegt. Jeder sollte sich ruhig und sicher verhalten», twitterte der US-Präsident.

Der letzte Gouverneur der früheren britischen Kronkolonie, Chris Patten, sagte der BBC, eine Intervention Chinas in Hongkong wäre eine Katastrophe. Es sei nicht hilfreich, dass China mit «anderen Methoden» drohe, sollten die Proteste nicht aufhören. Die Verwaltung der Millionenstadt war 1997 an China zurückgegeben worden, aber mit besonderen Rechten wie einer unabhängigen Justiz und freier Meinungsäusserung versehen. Diese Rechte sehen die Regierungskritiker nun in Gefahr.

Darum geht es bei den Protesten

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Die zunehmend eskalierenden Proteste begannen vor mehr als zwei Monaten. Sie richteten sich zunächst gegen Pläne zur Auslieferung Beschuldigter an China, die mittlerweile aber auf Eis gelegt wurden. Die Demonstranten werfen Regierungschefin Carrie Lam eine zu grosse Nähe zur Regierung in Peking vor und fordern ihren Rücktritt. Die chinesische Führung spricht mittlerweile von «aufkeimendem Terrorismus» und schliesst ein massives Eingreifen nicht aus.

Hongkongs Regierungschefin Lam erklärte, die jüngste Gewalt drohe das global bedeutende Finanzzentrum ins Chaos zu stürzen. «Hongkong als offene, freie, sehr tolerante, wirtschaftlich stabile Stadt wird schwere Wunden davontragen», sagte Lam. «Die Erholung könnte lange dauern.»

Die UNO-Menschenrechtsbeauftragte Michelle Bachelet forderte die Behörden in Hongkong zur Zurückhaltung auf. Es müsse einen Dialog mit den Demonstranten geben, um die öffentliche Sicherheit wiederherzustellen. Die Behörden müssten zudem Anzeichen nachgehen, dass auf unzulässige Weise Tränengas auf Demonstranten gefeuert worden sei. Hier seien offenbar schwere Verletzungen und Tote in Kauf genommen worden.

Grafik zeigt Karte, Fakten und Zahlen zu Hongkong
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3 Kommentare

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  • Kommentar von Drago Stanic  (drago stanic)
    Was werde morgen passieren, wenn tausende jugendliche Flughaffen Zürich lahm legen? Werde unsere Polizei reagieren? Wird Trännengas und Gummischrott benutzt? Werden hunderte von Demonstrante verhaftet? Und was passiert, wenn Demonstrante mit Regierungen in Peking und Moskva eng komunizieren? Wenn Demonstrante schwenken russische und chinesische Flage? Wenn ein Mitarbeiter chinesische Botschaft gefilmt wird, wie er mit Führung von Demonstranten redet?
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  • Kommentar von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
    Alle China Kritiker sind in Gefahr. Was ihnen und anders Denkenden und Praktizierenden droht, wissen wir doch längst. Genau diese Menschen will Peking ausgeliefert wissen. China lässt es vermutlich zu, dass es zur Katastrophe kommt. Dann können sie über Terroristen berichten..
    Sukzessive und angstmachende Veränderungen, unter welchen das Volk seit Jahren leidet kann ich gut nachvollziehen. China hält sich immer weniger an die vertraglichen Abmachungen, diese hätten noch 28 Jahre Gültigkeit.
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  • Kommentar von Paul Soltermann  (ps)
    Naja, fuer uns bedeutet diese Meldung kein Happyend, Ich und meine 2 Kinder mussten die lange ersehnten Ferien aufgeben, denn Termine wie jene das Jugendlagers SJAS in St Coroix lassen sich nicht verschieben. Ob sich die Aktivisten bewusst sind welchen Frust sie unbedarft ausloesen?
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