Russische Hacker knacken Anti-Doping-Agentur

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) ist erneut Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Russische Cyber-Spione drangen offenbar in eine Datenbank ein und veröffentlichten vertrauliche Unterlagen von Athleten. Es ist der zweite Angriff seit Anfang August.

Frau betritt Wada-Büro

Bildlegende: Die Anti-Doping-Agentur Wada ist erneut Opfer eines Hackerangriffs geworden. Reuters

Eine russische Hacker-Gruppe ist in die Datenbank der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) eingedrungen. Dabei wurden offenbar die Accounts von mehreren US-Topathleten durchsucht.

Die Hacker-Gruppe, die sich «Fancy Bears» nennt, stellte dabei mehrere medizinische Ausnahme-Genehmigungen für Mittel der Athleten ins Internet. Sportler dürfen mitunter Medikamente einnehmen, die auf der Dopingliste stehen, müssen dafür aber eine medizinische Ausnahmegenehmigung vorweisen.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur bestätigte den Hacker-Angriff, nannte aber nicht die Namen der betroffenen Sportler. «Die Wada verurteilt die laufenden Cyber-Attacken, die die Organisation und das weltweite Anti-Doping-System untergraben sollen», sagte Wada-Generaldirektor Olivier Niggli in einem Statement.

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Auch das Internationale Olympische Komitee verurteilte das Vorgehen der Gruppierung, mit solchen Methoden werde der Ruf von sauberen Athleten befleckt. «Das IOC kann bestätigen, dass die Athleten bei den Olympischen Spielen kein Dopingvergehen begangen haben.»

Whistleblowerin muss sich verstecken

Der Vorfall ist kein Novum. Im August war bekannt geworden, dass der Wada-Account von Whistleblowerin Julia Stepanowa gehackt worden war. Nach den Angaben der Wada hatte sich damals jemand illegal das Passwort zu Stepanowas Konto im Athletensystem Adams verschafft.

Ein Zugang zu Adams kann Hinweise auf den Wohnort geben. Stepanowa lebt mit ihrem Mann an einem geheimen Ort, nachdem durch ihre Aussagen das offensichtliche Staatsdoping-System in Russland enttarnt worden war.