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International Russland bietet Janukowitsch Schutz an

Der Ex-Präsident der Ukraine darf sich vorerst sicher fühlen. Moskau hat Viktor Janukowitsch Zuflucht gewährt. Damit nicht genug demonstriert Russland gegenüber der Ukraine Stärke – militärisch wie verbal.

Legende: Video Russland mobilisiert seine Armee abspielen. Laufzeit 1:57 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 27.02.2014.

Russland gewährt dem abgesetzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch Schutz auf seinem Territorium. Dem Hilfsgesuch des Politikers sei entsprochen worden, meldeten mehrere Agenturen. Wo er sich momentan aufhält, ist unklar. Experten gehen davon aus, dass er bereits in Moskau eingetroffen ist.

Die neue ukrainische Führung hat Janukowitsch nach dem Machtwechsel in Kiew zur Fahndung ausgeschrieben. Der Haftbefehl erging wegen Verdachts auf mehrfachen Mord. Bei den blutigen Auseinandersetzungen in Kiew waren mehr als 80 Menschen getötet worden waren.

Russland will Landsleute schützen

Ungeachtet des Verwirrspiels um Janukowitsch hält Russland im Westen seines Landes grossangelegte Militärmanöver ab. Dabei sollen auch Kampfflugzeuge an der Grenze zur Ukraine zum Einsatz kommen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Zuvor hatte Russland angekündigt, sowohl seine Landsleute, wie auch die in der Ukraine stationierte Schwarzmeerflotte in dem krisengeschüttelten Land zu schützen.

Russland hat seine Schwarzmeerflotte in der ukrainischen Stadt Sewastopol stationiert. Der Aufenthalt des Militärs ist durch ein bilaterales Abkommen mit der Ukraine geregelt.

Ukraine warnt vor Territorialverletzung

Angesichts der zunehmenden Spannungen auf der Krim hat die die Ukraine Russland mit Nachdruck vor Truppenbewegungen auf der Halbinsel gewarnt.

Jede Bewegung der Schwarzmeerflotte, welche sich unangemeldet ausserhalb der festgelegten Zone bewege, werde als Aggression gewertet, sagte Interimspräsident Alexander Turtschinow.

Auch US-Aussenminister John Kerry hat Russland vor einer militärischen Intervention in der Ukraine gewarnt. Eine Verletzung der territorialen Integrität der Ukraine wäre ein schwerwiegender Fehler, sagte Kerry. Russland habe sich wiederholt gegen ausländische Militärinterventionen etwa in Libyen oder Syrien ausgesprochen. Jetzt solle sich das Land an die eigenen Mahnungen halten.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Guggisberg, Busswil
    Schluss mit dem Imperialismus der EU. Die Ukraine gehört zu Russland !!!
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    1. Antwort von Timon Baumann, Turku
      Sie würden aber schon einen Entscheid des ukrainischen Volkes bei den nächsten Wahlen akzeptieren? Eine Orientierung zum Westen hin, wäre für den einfachen Bürger erstmal mit Nachteilen verbunden (in Form von höheren Preisen). Oder sind Volksentscheide bloss den Schweizern vorbehalten?
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    2. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @M. Guggisberg: Die Ukraine ist ein souver. Staat. Etwas anders ist die Lage auf der Krim. Was diese Region anbelangt bin ich Ihrer Meinung, solange die dortige Bevölkerung bei einem Plebizit Ihre Wünsche ausdrücken konnte.
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    3. Antwort von Markus Guggisberg, Busswil
      @Timon Baumann, @Harald Girschweiler: Plebiszit über eine Teilung in Ost und West wäre vernünftig. Wahlen lösen das Problem nicht !!!
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Viktor Janukowitsch befindet sich in Russland u. es wurde eine Pressekonferenz mit ihm für morgen nachmittag in Rostow a. D. angekündigt. Ausserdem hat das Regionalparlament der Krim, welches v. paramilit. Kräften besetzt wurde, angekündigt, dass eine Volksabstimmung im Mai über ein Autonomie-Statut abgehalten wird. Auf der Krim leben mehrheitlich ethnische Russen und haben mit der Ukraine wenig bis gar nichts im Sinn. Ich glaube ein Anschluss der Halbinsel an Russland wäre richtig.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Die Krim wurde in den 50er Jahren von Nikita Chrustchow der Ukraine zugeschlagen. Man hätte sie nie der unabhängigen Ukraine weitervererben sollen.
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  • Kommentar von j. ruf, rodersdorf
    Alle vom Parlament in Kiew gefassten Beschlüsse SIND rechtswidrig, da kein Amtsenthebungsverfahren gegen Janukowitsch durchgeführt wurde. Der Westen unterstützt somit (einmal mehr) einen illegalen Putsch und schert sich nicht um die Verfassung eines souveränen "demokratischen" Staates.
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    1. Antwort von Timon Baumann, Turku
      Ein Putsch ist ein mit Waffengewalt erzwungener Machtwechsel. Hier handelt es sich um ein demokratisch gewähltes Parlament, dass einen flüchtigen Präsidenten, der die Tötung seiner Mitbürger in Kauf genommen hat, seines Amtes enthoben hat. Die erste Rechtswidrigkeit ging somit vom Präsidenten selbst aus.
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    2. Antwort von Marcel Chauvet, Weißenstadt
      Es ist anscheinend Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, dass Yanukovich flüchtig ist und ihm vom Parlament eine Frist gesetzt wurde, seinen Pflichten als Präsident, beispielsweise durch Unterzeichnung anhängiger Schriftstücke nachzukommen. Nachdem Yanukovich es verabsäumte dies zu tun, wurde er gemäß demokratischer Regularien rechtmäßig durch das Parlament von seinem Amte enthoben. Er soll sich jetzt außer Landes befinden und kann deshalb auch nicht mehr als Marionette Putins sein Unwesen treiben.
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    3. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Marcel Chauvet, Weißenstadt - Dies ist doch nur noch eine akademische Frage und erst noch völlig sinnlos. Die Probleme der Ukraine haben erst begonnen, das da war der erste Akt der Tragödie, weitere folgen. Das jetzige Säbelrasseln ist nicht nur ein Säbelrasseln, das da ist eine "diplomatische Botschaft mit sehr eindeutigem Hinweis auf eine rote Linie". Ich hoffe Sie, und die EU aber auch die USA haben dies verstanden, sonst sieht es trübe aus. - Gott sei Dank, gut sind wir nicht in der EU !
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