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International Russland erhöht Druck auf Assad

Der treue Verbündete Syriens drängt die Regierung zum Dialog mit der Opposition. Moskau hat den Chef des wichtigsten syrischen Oppositionsbündnisses, Ahmed Moas al-Chatib, zu Gesprächen eingeladen.

Russland sei bereit zu einem Treffen mit al-Chatib, sagte Aussenminister Sergej Lawrow in Moskau. Bisher hatte Russland westliche Länder kritisiert, welche die Nationalkoalition als legitime Vertretung des syrischen Volks anerkannten.

Die Nationalkoalition lehnte die russische Einladung für Gespräche in Moskau ab. In einem Interview mit dem TV-Sender Al-Dschasira sagte al-Chatib, er schliesse eine solche Reise aus.

«Wir könnten uns in einem arabischen Land treffen, wenn es eine klare Agenda gibt», ergänzte er. Zudem forderte er eine Entschuldigung Russlands für die Unterstützung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad.

Legende: Video Bewegung im Syrien-Konflikt abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
Aus 10vor10 vom 28.12.2012.

In der einst stark umkämpften Stadt Aleppo ist inzwischen wieder etwas Ruhe eingekehrt, berichtet der Journalist Kurt Pelda in «10vor10». Während die Kämpfe vielerorts weitergehe, kehre das Leben in der Stadt langsam wieder in die Strasse zurück.

Russland fordert keinen Rücktritt

Der russische Aussenminister Lawrow forderte die syrische Regierung unterdessen auf, sich um eine politische Lösung des Konflikts zu bemühen. Die syrische Führung müsse konkret sagen, inwieweit sie zu einem Dialog mit der Opposition bereit sei. Dies habe er auch am Donnerstag Syriens stellvertretendem Aussenminister Faisal Mekdad gesagt, erklärte Lawrow.

Assad (l.) und Lawrow.
Legende: Im Februar besuchte Lawrow (r.) Assad noch. Inzwischen ist der Ton zwischen Russland und Syrien härter geworden. Reuters

Russland ist einer der wenigen verbliebenen Verbündeten der syrischen Führung unter Präsident Assad und hat bislang nicht dessen Rücktritt gefordert. Diese Haltung bekräftigte Lawrow.

Es sei noch immer das syrische Volk, das entscheiden müsse. Es stehe der internationalen Gemeinschaft nicht zu, eine der Seiten zur Gewalt zu drängen. Ähnlich hatte sich Präsident Wladimir Putin vor rund einer Woche geäussert.

In den vergangenen Tagen verstärkte Moskau seine Bemühungen um eine diplomatische Lösung. In Moskau wird am Samstag der Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi erwartet. Brahimi hatte am Donnerstag ähnlich wie bereits sein Vorgänger Kofi Annan die Einsetzung einer Übergangsregierung gefordert.

Seit Beginn des blutigen Konflikts in Syrien im März 2011 starben Schätzungen zufolge mehr als 45'000 Menschen. Die Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die sich auf ein breites Netz an Aktivisten und Rettungskräften vor Ort stützt, sind aber kaum überprüfbar.

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