Russland geht gegen Extremisten im Kaukasus vor

Der Anführer des sogenannten Kaukasus-Emirats ist von russischen Spezialkräften in Dagestan getötet worden. Die Terror-Gruppe ist mit dem «Islamischen Staat» verbündet. Russland geht seit längerem gegen Extremisten im Kaukasus vor.

Video «IS im Kaukasus» abspielen

IS im Kaukasus

2:43 min, aus Tagesschau vom 10.8.2015

Der Anführer einer islamistischen Rebellengruppe ist im Nordkaukasus von Sicherheitskräften getötet worden. Der Chef der Extremistengruppe «Kaukasus-Emirat», Magomed Suleimanow, sei von einer Spezialeinheit der Teilrepublik Dagestan erschossen worden, teilte das russische Anti-Terror-Komitee mit.

Karte.

Bildlegende: Im roten Rechteck liegt der Kaukasus. srf

Verantwortlich für blutige Attentate

Demnach wurden bei dem Einsatz auch Suleimanows rechte Hand, Kamil Saidow, sowie zwei weitere Rebellen getötet. Eine Rebellen-Website bestätigte die Angaben. Bei der zweitägigen Offensive rund um das Bergdorf Gimry in Dagestan seien auch Kampfhelikopter zum Einsatz gekommen.

Die Extremistengruppe «Kaukasus-Emirat» wurde 2007 gegründet. In den vergangenen Jahren bekannten sich die muslimischen Fanatiker zu einer Reihe tödlicher Angriffe, darunter den Anschlag auf einen Flughafen in Moskau 2011, bei dem 37 Menschen getötet wurden. Zudem ist sie für die Anschläge von Wolgograd Ende 2013 verantwortlich, denen insgesamt 34 Menschen zum Opfer fielen.

Karte mit Kaukasus von Krasnodar, Tschetschenien, Dagestan.

Bildlegende: Der Kaukasus: Seit Jahren ein instabiles Gebiet Russlands. SRF

Verbündet mit «Islamischem Staat»

Suleimanow rückte erst im Juli an die Spitze der Extremistengruppe. Sein Vorgänger Aliaschab Kebekow war im April bei einem Einsatz russischer Spezialkräfte in Dagestan getötet worden. Kebekow wiederum war der Nachfolger des tschetschenischen Islamisten Doku Umarow, der im März 2014 von russischen Sicherheitskräften getötet worden war.

Das «Kaukasus-Emirat» schwor der Terrormiliz «Islamischer Staat» IS Ende Juli die Treue. Schätzungsweise bis zu 5000 Russen kämpfen derzeit an der Seite der Extremisten in Syrien und im Irak.

Militäraktion auch in Inguschetien

Bereits vor einer Woche hatte das russische nationale Komitee für Terrorabwehr gemeldet, Spezialeinheiten des russischen Geheimdienstes FSB hätten im Nordkaukasus 14 Islamisten getötet. So seien in Inguschetien acht Aufständische umgebracht worden, die in «terroristische Verbrechen» verwickelt gewesen seien. Dazu zählten die Ermordung von Vertretern des Sicherheitsapparats und Schutzgelderpressung.

Unter den Getöteten sei Adam Tagilow, der für die Kämpfe in der tschetschenischen Hauptstadt Grosni verantwortlich sei, bei denen im Dezember 2014 über 20 Soldaten und Polizisten getötet worden seien. Zudem seien in der Hauptstadt von Kabardino-Balkaria, Naltschik, sechs Rebellen getötet worden. Sie sollen in den internationalen Terrorismus verwickelt gewesen sein.