Russland lässt auch letzten Greenpeace-Aktivisten frei

Jetzt ist auch der letzte in U-Haft verbleibende Greenpeace-Aktivist wieder auf freiem Fuss. Der Australier Colin Russell ist laut der Umweltschutzorganisation gegen Kaution entlassen worden.

Mehrere Wochen hat der Australier Colin Russell in russischer Untersuchungshaft gesessen. Nun hat die Justiz auch den letzten Greenpeace-Aktivisten freigelassen. Russell sei nach einer Berufungsentscheidung gegen Kaution freigekommen, erklärte Greenpeace.

Ein Gericht in St. Petersburg setzte laut der Umweltschutzorganisation eine Kaution von umgerechnet 55'000 Franken fest. Russels Untersuchungshaft war zunächst bis zum 24. Februar 2014 verlängert worden.

Gegen Festnahmen protestiert

Nachdem Moskau die Aktivisten festnehmen liess, wurde internationaler Protest laut. So hatte der Internationale Seegerichtshof Russland dazu verurteilt, das Greenpeace-Schiff «Arctic Sunrise» und ihre Besatzung freizugeben. Dies gegen Zahlung einer millionenschweren Kaution.

Den Greenpeace-Aktivisten, unter ihnen der Schweizer Marco Weber, droht in Russland ein Prozess wegen «Rowdytums», worauf bis zu sieben Jahre Haft stehen.

Der Protest gegen Ölförderung

Russell war Mitte September mit 29 weiteren Besatzungsmitgliedern des Greenpeace-Schiffes «Arctic Sunrise», unter ihnen der Schweizer Marco Weber, von der russischen Küstenwache festgenommen worden. Die Umweltschutzorganisation hatte mit dem Schiff in der Barentssee gegen Umweltschäden durch die Ölförderung in der Arktis protestiert.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Werbung mit Aktivismus

    Aus 10vor10 vom 22.11.2013

    Als Greenpeace-Aktivisten, unter ihnen der Schweizer Marco Weber, versuchten auf eine russische Ölbohrplattform zu klettern, sorgten sie für Schlagzeilen. Noch mehr Schlagzeilen machte allerdings die russische Justiz, als sie alle Aktivisten inhaftierte. Auch wenn die meisten von ihnen auf Kaution wieder frei sind, bleibt die Frage: Erreichen solche Aktionen wirklich die gewünschte Werbewirkung?

  • Reaktionen von Greenpeace Schweiz

    Aus Tagesschau vom 22.11.2013

    Bei Greenpeace Schweiz ist man erleichtert über die vorläufige Freilassung von Marco Weber, wie der Geschäftsführer der Umweltschutz-Organisation erklärt. Sowohl die Anwaltskosten, wie auch die Kautions-Gelder werden mit Spendengeldern bezahlt.

  • Greenpeace-Aktivist Marco Weber aus Haft entlassen

    Aus Tagesschau vom 22.11.2013

    Der Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber ist in Russland nach rund zwei Monaten Haft gegen Kaution entlassen worden. Inzwischen hat der internationale Seegerichtshof in Hamburg entschieden, dass Russland das beschlagnahmte Greenpeace-Schiff «Arctic Sunrise» zurückgeben muss. Russland indes erkennt das Urteil nicht an.