Zum Inhalt springen

International Russland legt Entwurf zu Ukraine vor – USA kritisieren

Das Blutvergiessen in der Ukraine hört nicht auf – nun hat Russland einen Resolutionsentwurf zur Bewältigung der humanitären Krise in der Ostukraine präsentiert. Die USA bezeichneten den Text als heuchlerisch.

Ein Mann mit einem Gewehr zielt auf ein Gebäude.
Legende: Russland bemüht sich mit einer Resolution im UNO-Sicherheitsrat um eine Befriedung der Ukraine. Reuters

Während sich die gewaltsamen Zwischenfälle in der Ukraine häufen, drängt der Nachbar Russland auf eine diplomatische Lösung. Moskau hat in einer Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats einen Resolutionsentwurf zur Bewältigung der humanitären Krise in der Ostukraine vorgelegt.

Im Text geht es hauptsächlich um die «schlimme Situation von tausenden Zivilisten», die in den belagerten Gebieten eingeschlossen seien. Russland fordert deshalb Fluchtkorridore für die betroffenen Bürger sowie ein Ende der Gewalt. Ausserdem müssten Verhandlungen aufgenommen werden. Wann über den Resolutionsentwurf abgestimmt werden kann, sei noch unklar.

Auch positive Reaktionen zu Entwurf

Die Mitglieder des Sicherheitsrats diskutierten den Entwurf hinter verschlossenen Türen. Die USA wiesen den Entwurf als heuchlerisch zurück. Ein Aufruf zur Deeskalation bringe nichts, wenn von Russland unterstützte Separatisten immer neue Ziele angriffen.

Der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin sagte nach der Sondersitzung, es habe auch positive Reaktionen gegeben. Jedoch gebe es auch viele Einwände, weshalb das weitere Vorgehen noch offen sei.

Kämpfe in der Ukraine gehen weiter

Das Blutvergiessen in der Ukraine ging auch am Montag weiter: Pro-russische Separatisten hatten einen Stützpunkt der ukrainischen Armee nahe von Lugansk attackiert. Bei dem Angriff wurden mindestens sieben Soldaten verletzt.

Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte waren etwa 200 Aktivisten mit Granatwerfern und automatischen Waffen am Morgen gegen den Stützpunkt vorgerückt.

Verluste auf beiden Seiten

Die ukrainischen Truppen schlugen die Offensive mit Hilfe eines Suchoi-Kampfjets zurück, sagte Militärexperte Dmitri Tymtschuk in Kiew. «Die Gefechte dauerten vier Stunden, wir rechnen mit einer neuen Angriffswelle», sagte Tymtschuk. Auch die Separatisten hätten Verluste erlitten.

Medienberichten zufolge sind bei den Kämpfen mehrere Gebäude am Rande der Grossstadt Lugansk beschädigt worden. Zahlreiche Bewohner hätten die Stadt fluchtartig verlassen. In Lugansk wohnen etwa 430'000 Menschen.

Auch in der Hochburg der pro-russischen Milizen kam es gemäss Berichten zu Kämpfen. Demnach haben Regierungseinheiten die Stellungen der Aktivisten mit Artillerie beschossen. Dabei seien fünf Personen verletzt worden. Ausserhalb der Stadt wehrten Soldaten einen Angriff der Separatisten auf eine Strassensperre ab. Dabei sei niemand verletzt worden, sagte Militärsprecher Wladislaw Selesnjow.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

60 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter Meier, Zürich
    Übrigens noch was anderes von meiner Seite: Obama hat sich bisher ja noch nicht geäussert. Aber wenn mit diesem russischen Plan auch nur der Funke einer Hoffnung auf mehr Frieden besteht, dann sollte man als Staatsmann Grösse zeigen und auch einmal was von der Gegenseite umsetzen. Denn so setzt man auch ein Zeichen. Wenn die Russen tatsächlich ein doppelbödiges Spiel spielen, dann können sie später immerhin nicht mehr was behaupten wie "die Amerikaner wollten ja keinen Frieden".
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Ein interessanter Gedanke! Einfach seltsam: In Syrien schiesst Asad seit Jahren auf sein Volk, und Millionen sind auf der Flucht, doch "Schirmherr" Putin hält mit seinem Veto jede UNO-Resolution von ihm fern! Aber jetzt entdeckt er plötzlich seine humanitäre Ader. Wahrscheinlich geht es ihm nur darum, ohne ukrainische "Störmanöver" vollendete Tatsachen à la Abchasien oder Transnistrien zu schaffen, eine Art "inoffizielle Annexion"....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Meier, Zürich
    Bezeichnend hüben wie drüben im SRF Kommentarfeld: Wählt die Ukraine einen Präsidenten, sind die Wahlen gefälscht (oder eben nicht), wählt die Krim die Unabhängigkeit lief (natürlich) alles mit rechten Dingen ab (oder eben nicht). Jeder Terror an der Zivilbevölkerung muss (ganz klar) von der Regierung verschuldet sein (oder eben ganz klar nicht) und entweder ist Russland oder der Westen ursprünglich an allem schuld. Schon unglaublich... Nur vernünftig diskutieren geht anscheinend nicht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Die Rechtsnationalen unter den Kommentarschreibern stehen auf der Seite Putins, weil sie aus Prinzip gegen die EU und die USA sind. Das Einzige was zählt für die leidgeprüfte Bevölkerung der Ukraine sind umfassende Reformen. Das Oligarchensystem hat versagt und der russische Nationalismus löst nicht die geringsten Probleme.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Peter Meier, Zürich
      A. Planta: Etwas, wofür ich wirklich kein Verständnis habe. Warum muss man die EU und die USA unbedingt überall schlecht machen, damit man sie auch in der Schweiz verweigern kann? Oder wird dies erst herausgefordert durch die sehr oft ziemlich klar zu prowestliche Berichterstattung der Medien? Ich lese davon, dass man nur unabhängigen Journalisten glaubt - Nur kann ein Journalist dann sehr offensichtlich nicht unabhängig sein, wenn er nicht etwas erzählt, das einem auch in den Kram passt... Ach!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Wüthrich, Wabern
    Das Foto zu diesem Newsbeitrag ist charakteristisch für die Nachrichtenpolitik des srf. Man zeigt keine Bilder von zivilen Toten dieses sogenannten Antiterrorfeldzugs der Kiewer Junta. Diese sollte nach dem Wunsch des "demokratisch" gewählten Poroschenko die Henkersarbeit noch vor seiner Inauguration am 7. Juni beenden, damit er mit weisser Weste dasteht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen