Russland lockert Importstopp

Einige Produkte sind wegen des Importstopps von EU- und US-Waren zunehmend teurer geworden. Nun hat Moskau reagiert und lockert das Embargo. Gleichzeitig werden aber in Moskau vier Fastfood-Lokale geschlossen.

Obstregal eines Supermarktes im russischen Novosibirsk

Bildlegende: Der Importstopp sorgte für hohe Preise. Keystone

Zwei Wochen nach Einführung eines Importstopps für Lebensmittel aus der EU und den USA hat Russland einige Waren von seiner Sanktionsliste ausgenommen. Unter anderem strich die Regierung laktosefreie Milch, Kartoffelsetzlinge, junge Lachse und Forellen sowie biologische Zusatzstoffe. Zuvor hatte der stellvertretende Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch gesagt, dass auch Spezialnahrung für Diabetiker ausgenommen werden müsse.

Gegenseitige Sanktionen

Russland hatte am 7. August als Reaktion auf EU- und US-Sanktionen in der Ukraine-Krise Strafmassnahmen gegen westliche Staaten verhängt. Der Einfuhrstopp wirkt sich inzwischen nach Angaben des russischen Statistikamts negativ auf die Lebensmittelpreise aus. Demnach stiegen die Preise für Fleisch, Fisch und Äpfel.

Der russische Agrarsektor ist wegen des Importstopps unter Druck. Um die betroffenen Waren zu ersetzen, benötige die Landwirtschaft in den kommenden Jahren rund 100 Milliarden Rubel (2,4 Milliarden Franken), sagte Agrarminister Nikolai Fjodorow dem Sender Rossija 24.

Trotz der Lockerung des Embargos bleibt Moskau seiner Linie treu und liess vier McDonald's-Filialen schliessen. Zur Begründung führte die Lebensmittelaufsicht wiederholte Verstösse gegen Hygienevorschriften an. McDonald's betreibt in Russland rund 400 Restaurants. Das Unternehmen hatte zu Zeiten der Sowjetunion als erster internationaler Fast-Food-Konzern eine Filiale in der russischen Hauptstadt eröffnet.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Russland reagiert auf Sanktionen

    Aus Tagesschau vom 7.8.2014

    Die russische Regierung erläutert, welche Produkte und Staaten von einem einjährigen Importverbot betroffen sind. Zudem ist der russische Luftraum für Transitflüge der Ukrainischen Airlines gesperrt. Einschätzungen von Christof Franzen.

  • Schweizer Sanktionen gegen Russland

    Aus Tagesschau vom 5.8.2014

    Das Staatssekretariat für Wirtschaft, Seco, hat 26 Personen und 18 russische Unternehmen auf die schwarze Liste gesetzt. Damit schliesst sich die Schweiz den EU-Sanktionen und jenen der USA an. Alle Massnahmen will der Bundesrat jedoch noch nicht übernehmen. Vladimir Putin hat indessen seine Regierung angewiesen, Vergeltungsmassnahmen vorzubereiten.