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International Russland rüstet Irans Flugabwehr auf

Kaum ist der Atomdeal mit dem Iran unter Dach und Fach, kommen auch alte, für den Iran bislang auf Eis gelegte Rüstungsvorhaben wieder in Gang. Jüngstes Beispiel sind russische Flugabwehrsysteme des Typs S-300. Für die einen eine logische Folge der Verhandlungen. Für Israel ein Grund zur Sorge.

Russland und der Iran haben einen Vertrag über die umstrittene Lieferung von Flugabwehrsystemen des Typs S-300 unterzeichnet.

Flugabwehrsystem S-300 an einer Militärparade.
Legende: Die Kehrseite der Medaille: Dank Atom-Abkommen dürfen solche S-300-System wieder in den Iran verkauft werden. Keystone

Das Abkommen sei bereits in Kraft, sagte Sergej Tschemesow. Der Chef der staatlichen Rüstungsfirma Rostec sprach laut der Agentur Tass an einer Waffenmesse im Golfemirat Dubai. Details kamen nicht zur Sprache.

Wegfall der Sanktionen

Vor allem das mit dem Iran verfeindete Israel hat schwere Sicherheitsbedenken und will den Deal verhindern. Nach Einschätzung von Beobachtern könnten die Raketensysteme dazu dienen, iranische Atomanlagen vor Luftangriffen zu schützen.

Der Raketenvertrag war 2010 im Streit über das iranische Atomprogramm auf westlichen Druck annulliert worden. Im April hatte Russland dann nach Fortschritten bei den Atomgesprächen das Lieferverbot aufgehoben.

Neue «Achse des Bösen»?

Mitte Juli einigten sich die fünf UNO-Veto-Mächte und Deutschland schliesslich mit dem Iran auf eine Kontrolle des umstrittenen Atomprogramms und machten damit den Weg frei für eine schrittweise Lockerung von Sanktionen.

Der Atomstreit rückte damit etwas in den Hintergrund, gleichzeitig aber bekam der Syrien-Konflikt eine neue Dimension mit dem militärischen Eingreifen Russlands.

Die Regierung in Moskau ist ebenso wie die Führung in Teheran einer der wichtigsten Verbündeten des vom Westen abgelehnten syrischen Machthabers Baschar al-Assad.

Russland in Syrien

Nach eigenen Angaben haben russische Streitkräfte in Syrien allein während der letzten drei Tage auf 137 Missionen insgesamt 448 Ziele angegriffen. Die Ziele fanden sich in den Provinzen Aleppo, Damaskus, Idlib, Latakia, Raqqa, Hama und Homs. Wie viele dieser Angriffe dem IS galten, ist unbekannt.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Und wenn die Freundschaft broeckelt wird gerade diese Flugabwehr die Russen selber treffen (im besten Fall) im weniger guten Fall wieder eine normale Verkehrsmaschine..
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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Israel hat nur Feinde im Nahen Osten. Deshalb dürfte die heutige Situation darauf hinweisen, dass die biblische Endzeitschlacht in Harmagedon nicht mehr fern ist.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Die USA rüsten auch diverse Staaten im nahen Osten aus. Trotzdem halte ich das Hochrüsten des Irans für bedenklich. Ein zweites Nord-Korea vor unserer Haustüre, ein Land das in seiner Rhetorik immer von Auslöschen Israels redet. Dass Israel besorgt ist, ist nachvollziehbar.
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Zum Feind wurden die Juden für den Iran nach diversen Spielchen ehemaliger Kolonialmächte, bei denen ab Ende des 19. JH's Juden gegen Moslems ausgespielt wurden. Schon ab den Kreuzzügen haben Christen wahllos Moslems & Juden nach Siegen abgeschlachtet. Unter den Moslems waren Juden ebenfalls stark unterdrückt, wurden aber nicht systematisch vernichtet. Der Iran/Persien hatte JZ'e-lang eine Kultur für viele Ethnien. Die Operationen der USA/GB/Israels gegen den Iran waren nicht vertrauensfördernd.
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