Russland startet erstmals Rakete von neuem Weltraumbahnhof

Aller guten Dinge sind zwei: Nachdem es beim ersten Versuch nicht klappen wollte, ist die Sojus-Rakete nun ins Weltall gestartet. Russland will damit ein neues Kapitel in seiner traditionsreichen Raumfahrtgeschichte eröffnen.

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Russische Sojus-Rakete gestartet

2:24 min, aus Tagesschau am Mittag vom 28.4.2016

Erstmals ist von Russlands neuem Weltraumbahnhof Wostotschny im Fernen Osten eine Rakete ins All gestartet. Das russische Staatsfernsehen zeigte am Morgen, wie die Sojus-2.1a mit drei Satelliten an Bord um 4.01 Uhr MESZ (11.01 Uhr Ortszeit) nahe der chinesischen Grenze abhob.

Gespannt verfolgten Experten auf dem Kosmodrom die Flugbahn und die technischen Daten. Die Rakete flog zunächst über das kaum besiedelte Nordsibirien und sollte später die Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen.

Kreml-Chef Putin reist aus Moskau an

Präsident Wladimir Putin war zum Erststart eigens aus dem rund 8000 Kilometer entfernten Moskau angereist. Ursprünglich sollte die Rakete schon am Mittwoch abheben, ein defektes Ventil verhinderte dies aber.

Zu Ehren des russischen Raumfahrtpioniers Juri Gagarin hatten die Hersteller der Sojus die Rakete mit einem riesigen Konterfei des ersten Menschen im All verziert. Das Porträt des Kosmonauten, der vor 55 Jahren – am 12. April 1961 – gestartet war, klebte als schemenhaftes blau-weisses Logo auf der Aussenwand der Rakete.

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Neuer Weltraumbahnhof in Sibirien

1:53 min, aus Tagesschau vom 28.4.2016

Meilenstein der Raumfahrtgeschichte

Die Inbetriebnahme von Wostotschny gilt nicht nur für die russische Raumfahrt als Meilenstein. Künftig sollen von dort auch Astronauten der US-Raumfahrtbehörde Nasa und der Europäischen Raumfahrtagentur Esa starten. An Wostotschny hatte Russland gut sechs Jahre lang gebaut.

Es ist der erste zivile Weltraumbahnhof auf russischem Territorium. Die Raumfahrtnation will sich damit auch unabhängig machen von ihrem Kosmodrom Baikonur, das sich seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 in der Republik Kasachstan befindet. Russland zahlt für Baikonur noch bis 2050 jährlich rund 100 Millionen Euro Pacht.