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International Russland verstärkt Militärpräsenz auf der Krim

Russische Soldaten haben an allen 193 Militärstandorten ihre Nationalflagge gehisst. Moskaus Einflussnahme auf die Halbinsel ist damit noch nicht beendet. Mehrere Überschallbomber sollen auf die Halbinsel verlegt werden.

Soldaten hissen am 19. März 2014 an einem Marinestützpunkt in Sewastopol die russische Flagge.
Legende: Die russischen Flaggen erobern die Militärstützpunkte auf der Krim. Keystone/Archiv

Über allen 193 Militärstandorten auf der Krim wehen nun russische Fahnen. Bei feierlichen Zeremonien hissten russische Soldaten ihre Nationalflagge und sangen dazu ihre Nationalhymne. Dies teilte der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow der Nachrichtenagentur RIA Nowosti mit.

Am Vorabend hatten russische Soldaten laut ukrainischen Angaben das letzte Schiff auf der Krim gestürmt, das noch unter der Kontrolle der ukrainischen Marine stand.

Russland hatte sich die ukrainische Teilrepublik Krim am Freitag ungeachtet internationaler Proteste einverleibt, nachdem sich die Bevölkerung in einem umstrittenen Referendum mehrheitlich für die Abspaltung von der Ukraine ausgesprochen hatte.

13'700 ukrainische Soldaten haben Fronten gewechselt

Russische Einheiten stürmten seither zahlreiche ukrainische Militärstützpunkte. Die ukrainische Übergangsführung in Kiew ordnete den vollständigen Abzug ihrer Truppen von der Krim an.

Nach Angaben des Generalstabchefs haben sich nur knapp 1500 von 18'000 ukrainischen Soldaten, die auf der Krim stationiert waren, entschieden, ihren Dienst bei den ukrainischen Streitkräften fortzusetzen.

Sie sollen nun mit der Bahn in die Ukraine gebracht werden. Ihre Waffen müssten die Soldaten «zum Schutz» abgeben. Unklar war, ob sie ihr Gerät nach der Rückkehr ins Kernland zurückerhalten.

Insgesamt 4300 der 18'000 ukrainischen Soldaten liefen nicht zu den Russen über. Dies teilte der am Dienstag zurückgetretene ukrainische Verteidigungsministers Igor Tenjuch mit.

Überschallbomber auf der Krim

Russland will seine Militärpräsenz auf der Halbinsel Krim weiter verstärken. Geplant sei, bis 2016 mehrere Überschallbomber vom Typ Tupolew Tu-22M3 auf die Halbinsel zu verlegen.

Das meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf namentlich nicht genannte Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums. Zuvor müssten aber die Luftstützpunkte Gwardejskoje und Katscha ausgebaut werden, hiess es.

«Die Notwendigkeit für diese Flugzeuge im Süden war immer gegeben, aber jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, dass sie auf die Krim zurückkehren, die früher als «unsinkbarer Flugzeugträger» bekannt war», zitierte Interfax den Ministeriumsmitarbeiter.

Geplant sei zudem die Stationierung von Jagdflugzeugen, Seeaufklärern und U-Boot-Jägern. 2017 solle dann auch ein neuer Helikopterträger in der Hafenstadt Sewastopol vor Anker gehen.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Beim TU22M3 handelt es sich schon um einen älteren Fernbomber, welcher schon in Tschetschenien und Georgien für Flächenbombardements eingesetzt wurde. Allerdings ein Flugzeug welches immer weiter erneuert und mit intelligenter Elektronik und Waffensystemen aus- u. weitergerüstet werden kann. Momentan sind noch 83 Flugzeuge im aktiven Dienst. Weitere könnten in relativ kurzer Zeit re-akiviert und einsatzfähig gemacht werden. Bis dato ist erst 1 Maschine (TU22M3M) auf dem allermodernsten Stand.
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    1. Antwort von Thomas Koblet, Rickenbach
      Natürlich wird Russland die Krim, so effizient wie möglich, massiv Aufrüsten. Das ist nur eine logische Konsequenz der Situation. Die Krim ist und bleibt für Russland Geo-Strategisch extrem wichtig, ob einem das passt oder nicht, so ist der Status Quo. Hätte die Ukraine, nach der Abspaltung mit der Sowjetunion, keinen Vertrag über die weitere Nutzung der Häfen und Anlagen der Schwarzmeerflotte abgeschlossen, dann wäre diese Situation schon damals eskaliert.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Naja, Russland mag nicht perfekt sein. Aber was der Westen gerade bietet, ist ja unübertroffen. Da könnte Russland ganz Europa erobern - ich würde sie als Befreier begrüssen!
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    1. Antwort von Markus Guggisberg, Busswil
      @Eddy Dreier: Ganz klar Befreier und Leute mit Verstand !!!
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    2. Antwort von Thomas Koblet, Rickenbach
      @E.D.: Sie würden eine russische Besatzungsmacht im ernst als Befreier betrachten? Wenn man sich mit der europäischen Geschichte seit 1914 etwas befasst hat, dann weiss jeder was sogenannte Eroberungskriege und andere Konflikte, inkl. Kalter Krieg, angerichtet haben. Das tiefe und verwurzelte, gegenseitige Misstrauen zwischen Russland und Europa, USA kommt nicht von ungefähr. Das zu eliminieren dauert länger als ein paar Generationen. Das hat der sogenannte Westen total unterschätzt.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Sehen wir es doch klar: Auch ohne diese Volksabstimmung, bei der einiges nicht sauber verlief, hätten die Russen die Krim-Halbinsel früher oder später annektiert. Die ganze Art, wie es ablief, zeigt allzu deutlich, dass diese Annexion schon von langer Hand vorbereitet war. Die Ereignisse in Kiew haben nur als Vorwand gedient. Putin hat zwar gesagt, er wolle die Ukraine nicht weiter teilen - aber können wir ihm das auch glauben? Immerhin hat er schon den Beifall vieler Forum-Blogger.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      J.S./Und aus welchen Gründen stört Sie dies?Bezüglich irgend eines Niveaus?Oder wegen eines,auf der einen oder anderen Seite besonders lebenswerten,Lebensstandards?Oder wegen der"lupenreinen Führungseliten"?n der Nacht sind alle Katzen grau",mal zufällig gehört.Gewehrkugeln sind Gewehrkugeln.Abzocke ist Abzocke,etc.Heisst es doch,wer das Bessere anbiete,werde bevorzugt.Was wird heute an Besserem geboten.Siehe in EU und USA.Verarmung immer grösser werdender Bevölkerungsschichten?Meinten Sie dies?
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