Russland zeigt sich unbeeindruckt von neuen Sanktionen

Moskau reagiert gelassen auf die verschärften Sanktionen des Westens in der Ukrainekrise. Es verhängt einen Importstopp für Obst und Gemüse aus Polen, während es Waffen in andere Länder liefert. Die Ostukraine wird derweil von Tschetschenien unterstützt.

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Schweizer Banken stehen hinter Sanktionen

1:49 min, aus Tagesschau vom 30.7.2014

Russland zeigt sich unbeeindruckt von den Wirtschaftssanktionen der EU und der USA. Als Weg in die Sackgasse bezeichnet Moskau das Vorgehen von EU und USA.

Die Strafmassnahmen würden keine Lösung des blutigen Konflikts in der Ukraine bringen, sagte Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow in Brüssel. Die Europäische Union mache Russland für «alle Todsünden» verantwortlich, während die Ukraine «ungestraft» ihre Militäroperation in der Ostukraine fortsetze.

Russische Banken zuversichtlich

Moskau verfügte derweil einen Importstopp für Obst und Gemüse aus Polen. Die Einfuhr fast aller Sorten an Früchten sei vom 1. August an wegen Verstössen gegen die Lebensmittelsicherheit verboten, teilte die russische Agraraufsicht mit. Warschau gilt als einer der wichtigsten Partner der pro-westlichen Regierung in Kiew.

Auch die russischen Banken zeigen sich nach den von der EU und den USA verhängten Wirtschaftssanktionen gelassen. Die zweitgrösste Bank des Landes VTB erklärte, sie sei zuversichtlich, sich im Bedarfsfall mit Kapital versorgen und in andere Währungen und Märkte ausweichen zu können.

Finanzmärkte bleiben gelassen

Die Bank of Moscow und die Landwirtschaftsbank Russian Agricultural äusserten sich ähnlich und erklärten, sie rechneten nicht mit negativen Auswirkungen. Die russische Notenbank teilte mit, sie werde die heimischen Geldhäuser bei Bedarf stützen.

Auch die Finanzmärkte reagierten gelassen. Der Rubel geriet lediglich zeitweise unter Druck. Die russische Notenbank sicherte von den Sanktionen betroffenen Kreditinstituten Hilfe zu.

Nach der EU hatten auch die USA die Sanktionsschraube angezogen. Unter anderem wurde staatlich kontrollierten Banken der Zugang zum Finanzmarkt erschwert. Ob die Schweiz ebenfalls Sanktionen ergreifen wird, ist noch ungewiss.

Tschetschenien schickt Geld in die Ostukaine

Der vom Westen mit Sanktionen belegte tschetschenische Republikchef Ramsan Kadyrow wies demonstrativ humanitäre Hilfe von 7,5 Millionen US-Dollar für das Kriegsgebiet Ostukraine an.

Das Geld aus der russischen Teilrepublik Tschetschenien sei für die medizinische Versorgung der Bevölkerung, teilte Kadyrow mit. Unterstützt würden die von Kiew nicht anerkannten «Volksrepubliken Donezk und Lugansk», in denen bei Attacken täglich Menschen getötet würden.

Russland versorgt den Irak mit Waffen

Moskau selbst liefert unterdessen an andere Länder Kriegsgerät. Nach einem Medienbericht hat Moskau mit dem Irak ein Waffengeschäft in Höhe von umgerechnet rund 750 Millionen Euro abgeschlossen.

Zwei Mitarbeiter der Waffenindustrie hätten bestätigt, dass Russland Panzerabwehrraketen, Granatwerfer und Haubitzen in den Irak exportiere, berichtete die russische Tageszeitung «Wedomosti». Zu dem Kriegsgerät gehöre auch der gepanzerte Mehrfachraketenwerfer TOS-1.

Russland dreht den Spiess um

Nach der Verschärfung der Sanktionen hat Russland mit negativen Folgen für die EU-Länder gedroht. Der «verantwortungslose Schritt» werde einen Preisanstieg auf dem europäischen Energiemarkt zur Folge haben, teilte das Aussenministerium in Moskau mit. Zudem müssten auch die in Russland tätigen Banken der EU negative Folgen befürchten.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Die EU-Sanktionen kommen in der Schweiz unterschiedlich gut an

    Aus Tagesschau vom 30.7.2014

    Auch wenn noch völlig offen ist, ob die Schweiz mitzieht oder nicht: Einige Politiker im eidgenössischen Parlament habe sich ihre Meinung schon gebildet. Aus verschiedensten Parteien heisst es, das sei nicht der richtige Weg.