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International Sabotageakt: Kein Strom auf der Krim

Auf der gesamten Halbinsel Krim ist der Strom ausgefallen. Stromleitungen aus der Ukraine sind seit Freitag unterbrochen. Strommasten sollen mit Sprengsätzen gefällt worden sein. Die Behörden haben den Notstand ausgerufen. In grösseren Städten soll die Stromversorgung wieder hergestellt worden sein.

Legende: Video Kein Strom auf der Krim (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 0:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 22.11.2015.

Nach einem Angriff auf mehrere Stromleitungen auf dem ukrainischen Festland ist auf der gesamten Krim der Strom ausgefallen. Die Behörden der von Russland annektierten Halbinsel riefen am Sonntag den Notstand aus.

Die örtliche Abteilung des russischen Katastrophenschutzministeriums erklärte, die Stromleitungen aus der Ukraine seien am frühen Sonntagmorgen unterbrochen worden.

Bewohner sollen ihre Batterien aufladen

Die beiden anderen wichtigsten Stromleitungen aus der Ukraine waren bereits am Freitag unterbrochen worden. Der ukrainische Energiekonzern Ukrenergo erklärte, zwei Strommasten seien in der Nacht zu Freitag offenbar mit Sprengsätzen oder durch Beschuss gefällt worden. Nach Angaben der ARD sollen sich Krimtataren und Nationalisten aus dem rechten Sektor zur Tat bekannt haben.

Beim Versuch ukrainischer Sicherheitskräfte, Reparaturtrupps am Samstag Zugang zu den Masten im Raum Cherson zu verschaffen, kam es zu Zusammenstössen mit Demonstranten. Die Behörden der Krim forderten die Bewohner auf, Batterien aufzuladen und Wasservorräte anzulegen, um für einen Totalausfall gewappnet zu sein. Der trat nun am Sonntag nach Angriffen auf die zwei anderen Masten ein.

70 Prozent des Strombedarfs kommt vom ukrainischen Festland

Spitäler und andere wichtige Gebäude würden nun durch Generatoren mit Strom versorgt. Mit eigenen Kraftwerken sowie mit Gasturbinen und Dieselgeneratoren sei die Versorgung zumindest in grösseren Städten teilweise wieder hergestellt worden, sagte Sprecher Michail Scheremet der Agentur Tass zufolge. Die völkerrechtlich zur Ukraine gehörende Krim bezieht ihren Strom zu 70 Prozent vom ukrainischen Festland.

Die Krim war im Frühjahr 2014 nach einem umstrittenen Referendum von Russland annektiert worden. Die Regierung in Kiew und der Westen sehen die Annexion als Verstoss gegen das Völkerrecht und betrachten die Krim weiter als Teil der Ukraine.

Krimtataren

Die Krimtataren sehen die Krim als ihre rechtmässige Heimat an. Viele ihrer Aktivisten sind nach der russischen Annexion der Halbinsel in das ukrainische Festland geflohen. Die Radio- und die Fernsehstationen der Krimtataren auf der Halbinsel wurden damals durch die Behörden eingestellt.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Samuel Saurer (Sämi)
    Wenn die ukrainische Regierung tatsächlich noch ein interesse hätte, die Krim-Bevölkerung für sich zu gewinnen und sich kooperativ zeigen, so würde sie eine restlose Ermittlung gegen die Urheber führen und ein klares Statement abgeben. Ob sie dies tun wird, werden wir ja sehen. Wenn sie jedoch diesen "Zwischenfall" kommentarlos schleifen lässt und nichts unternimmt, so kann dies als klare Tolerierung dieser Sabotage angesehen werden. Ich bin gespannt.
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  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Wenn schon die Krimtataren(Krimtürken) sich auf Geschichte berufen sollte wenigstens erwähnt werden mit welcher Brutalität sie den Islam verbreitet haben und mit Raubzügen in der Ukraine als Sklavenhändler unterwegs waren.Schande über die Ukrainische Regierung.
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  • Kommentar von A. Schulze (A. Schulze)
    Von wegen, die Rechten in der Ukraine wären eine unbedeutende Minderheit, so wie unsere Medien es stets versucht haben herunter zu spielen. Die haben das Land im Griff! Denn sonst hätte Poroschenko sich sofort von dem Terror Akt distanziert und die Armee gegen diese Aggressoreren geschickt. Unfassbar wie die Ukrainer das ihren Brüdern antun können und eine humanitäre Katastrophe erzeugen wollten. Damit treffen die immer erst die Alten, Schwachen und Kinder. Sanktionieren! Aber schnell!
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