Santos bleibt Kolumbiens Präsident

Juan Manuel Santos holt bei der Wahl um das kolumbianische Präsidentenamt einen Rückstand gegen seinen Herausforderer Zuluaga auf.

Santos' Anhänger feiern ihren Sieg und erheben die Hände, auf denen «Paz» (Friede) steht.

Bildlegende: Santos' Wähler sehen ihn als Garanten für Frieden. Keystone

Der 62-jährige Juan Manuel Santos bleibt für eine zweite Amtszeit Staatschef Kolumbiens. Er setzte sich bei der Stichwahl gegen Óscar Iván Zuluaga durch. Nach dem vorläufigen Endergebnis der Wahlkommission erhielt Santos 51 Prozent, Zuluaga kam auf 45 Prozent, wie die Wahlkommission auf Basis vorläufiger Ergebnisse bekanntgab. In der ersten Wahlrunde am 25. Mai hatte Zuluaga noch mit einem Vorsprung von 3,5 Prozentpunkten vor Santos gelegen. Die Wahlbeteiligung stieg von 41 in der ersten Runde auf 48 Prozent in der Stichwahl an.

Kolumbiens Staatsschef Juan Manuel Santos zeigt sich siegessicher im Vorfeld der Stichwahl.

Bildlegende: Santons bleibt bis 2018 Kolumbiens Staatschef. Keystone

Ein Votum für den Frieden

Die Wahl ist zugleich eine Abstimmung darüber, wie das Land künftig mit den Revolutionären Streitkräften FARC umgehen will. Die Guerilla-Gruppe kämpft seit 1964 gegen den Staat und die kolumbianische Armee. In dem Konflikt wurden in den vergangenen 50 Jahren bis zu 600'000 Menschen getötet.

Seit November 2012 verhandeln FARC und Regierung über eine Friedenslösung. Die Regierung lehnt einen Waffenstillstand während der Gespräche ab und geht weiter gewaltsam gegen die Rebellen vor.

Eines von Santos' Wahlversprechen war, die Friedensgespräche in einer zweiten Amtszeit abzuschliessen. Zuluaga hingegen forderte einen härteren Kurs gegenüber den Rebellen. Er wollte mögliche Gespräche an strikte Bedingungen knüpfen.

Für die Stichwahl hatte die FARC eine einseitige Waffenruhe verkündet. Am Samstag kam es jedoch zu einem Gefecht mit Truppen der kolumbianischen Armee, bei dem ein Regionalchef der FARC getötet wurde.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Eine Farc-Guerillera fotografiert eine Pressekonferenz

    Kolumbien: Friedenspfeife oder eiserne Faust

    Aus Echo der Zeit vom 15.6.2014

    Bei der Stichwahl in Kolumbien geht es nicht nur ums Präsidentenamt. Mit ihrer Entscheidung geben die Stimmberechtigten auch vor, wie der Staat künftig mit der Guerilla-Organisation FARC umgehen soll. Gespräch mit Südamerika-Korrespondent Ulrich Achermann.

    Ursula Hürzeler

  • Kolumbien und Farc verhandeln wieder

    Aus Tagesschau vom 29.8.2013

    Die von der Guerilla-Organisation ausgerufene Verhandlungspause ist nach zwei Tagen zu Ende. Kolumbiens Präsident Santos hat den Ton verschärft. Derweil tötete die Guerilla 13 kolumbianische Soldaten. Santos will die Friedensverhandlungen, die seit dem vergangenen November laufen, noch in diesem Jahr zum Abschluss bringen.

  • Friedenssuche für Kolumbien

    Aus Echo der Zeit vom 19.11.2012

    In Havanna verhandeln Vertreter der kolumbianischen Regierung mit der Farc-Guerilla. Es herrscht Zuversicht, dass der Konflikt endlich beendet werden könnte, auch wenn die Erfahrung etwas anderes lehrt.

    Ulrich Achermann