Sarkozy entgeht Prozess

Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy muss nicht vor Gericht. Die Vorwürfe wegen illegaler Wahlkampfspenden gegen ihn wurden fallengelassen. Doch der Ex-Präsident ist noch in andere Affären verwickelt.

Nicolas Sarkozy wischt sich Schweiss von der Stirne.

Bildlegende: Sarkozy dürfte schon bald wieder ins Schwitzen kommen. Nach der Affäre Bettencourt droht im weiteres Ungemach. Keystone

Nicolas Sarkozy muss sich nicht wegen illegaler Wahlkampfspenden vor Gericht verantworten. Die Untersuchungsrichter im südfranzösischen Bordeaux liessen die Vorwürfe gegen den Ex-Präsidenten Frankreichs fallen. Gegen Sarkozy war am 21. März ein Ermittlungsverfahren eröffnet worden. Er wurde verdächtigt, der L'Oréal- Erbin Liliane Bettencourt illegale Spenden für seinen Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2007 abgenommen zu haben.

Sarkozy soll bewusst die Demenzkrankheit der Milliardärin ausgenutzt haben um an die Gelder zu kommen. Sarkozy hatte die Vorwürfe stets bestritten. Die Einstellung des Verfahrens ist für ihn ein wichtiger Schritt in Richtung seines politischen Comebacks, welches er für die Präsidentschaftswahlen 2017 plant.

Prozess gegen ehemaligen Arbeitsminister

Für zehn weitere Beschuldigte sieht es derweil weniger rosig aus. Ihnen wird wegen «Ausnutzung der Schwäche» Bettencourts der Prozess gemacht. Unter anderem trifft es den früheren Arbeitsminister Eric Woerth. Angeblich hat er vom langjährigen Bettencourt-Vertrauten Patrice de Maistre persönlich Bargeld entgegengenommen. Sarkozy entliess Woerth bereits 2010, da er in ihm ein zu grosses Risiko für den Wahlkampf 2012 sah.

Weitere Affären drohen

Für Sarkozy ist die kritische Phase noch nicht überstanden. Der 58-Jährige ist noch in weitere Affären verwickelt.

So steht noch der Vorwurf im Raum, der konservative Politiker habe 2007 vom ehemaligen libyschen Despoten Muamar al-Gaddafi 50 Millionen Euro für seinen Wahlkampf angenommen.

Zudem laufen Vorermittlungen betreffend Umfragen, welche der Elysée-Palast in Auftrag gegeben haben soll, ohne diese zuvor ordnungsgemäss auszuschreiben. Ausserdem wird Sarkozy verdächtigt in der Karachi-Affäre – ein mutmasslich illegales Rüstungsgeschäft mit Pakistan – Ermittlungsgeheimnisse verraten zu haben.

Zusätzlich fällt Sarkozys Name in der Affäre um die umstrittene Millionenentschädigung des französischen Geschäftsmannes Bernard Tapie, in welche auch die heutige IWF-Chefin Christine Lagarde verwickelt ist.