Scharmützel in Mali stellen Franzosen auf die Probe

Der Auftrag war klar: Ein stabiles Mali. Doch der Abzug der französischen Armee ist offenbar in die Ferne gerückt. Die Islamisten setzen auf Guerillataktik.

Die Islamisten sollen sich im  Ifoghas-Gebirge verschanzt haben.

Bildlegende: Die Islamisten sollen sich im Ifoghas-Gebirge verschanzt haben. SRF

Die Franzosen kamen nach Mali, vertrieben die Islamisten aus den grossen Städten im Norden und blieben – zumindest bis auf weiteres. Aus dem Elysée-Palast heisst es: Bis Mali sicher sei, werde man bleiben. Vom Frieden ist das nordafrikanische Land aber noch weit entfernt.

Guerillakrieg droht

Kämpfe brechen immer wieder aus. Die französische Offensive hat die Islamisten in das Hinterland getrieben. Von dort aus orchestrieren sie Guerillaangriffe. Punktuell, wie Nadelstiche.

So auch in Gao. Jihadisten besetzten gestern das Rathaus und die Residenz des Gouverneurs. Soldaten wurden auf Kleinlastern herangekarrt. Sie beschossen die Gebäude. Fünf verschanzte Kämpfer seien bei der Offensive getötet worden. Das sagt der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian. «Die Lage ist wieder normal, sofern man das normal nennen kann.»

Welche Normalität?

Der ARD-Journalist Alexander Göbel sieht keine Spur von Normalität. Die Dörfer würden von der malischen Armee gesichert. Gesichert von «Kindern in Uniformen». Die jungen Burschen seien extrem schlecht ausgerüstet – mit Flipflops und alten Kalaschnikows, ohne Funkgeräte oder Satellitentelefone.

Das Bild zementiert das Klischee der unfähigen malischen Streitkräfte. Göbel zeigt sich besorgt: «Sollen diese Leute den Nordwesten dieses riesigen Landes vor Angriffen der Islamisten schützen?»

Ja. Das ist die Antwort, wenn es nach den Franzosen geht. «Die französischen Truppen werden ihren Einsatz auf malischem Territorium zu Ende bringen. Sie werden sicherstellen, dass Mali seine territoriale Integrität wiedergewinnt. Und sie bleiben bis zum Ende. Aber wir haben nicht die Absicht, ewig in Mali zu bleiben», sagt Verteidigungsminister Le Drian.

Islamisten den Garaus machen

Die Franzosen wollen dieses Ende forcieren. Laut Präsident François Hollande steckt die Intervention in der letzten Phase. Journalist Göbel spricht von einer Schlussoffensive in der Region um Kidal.

Göbel hat eine Kette von Versorgungsfahrzeugen mit Wasser und Diesel, Panzer und Sanitätsfahrzeuge gesehen. Ein nicht enden wollender Zug aus Armeefahrzeugen. «Mit dieser Offensive will man den Rebellen den Garaus machen.»

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Erschreckende Berichte aus Nord-Mali

1:23 min, aus Tagesschau vom 22.2.2013

Schwere Kämpfe

Bei neuen, schweren Gefechten in den Bergen im Norden Malis wurden mindestens 13 Soldaten aus dem Tschad und 65 islamistische Rebellen getötet, erklären Regierungsvertreter.