Schlechter Scherz: Attacke auf einen Lehrer war erfunden

Ein Lehrer aus dem Pariser Vorort Aubervilliers hat die angebliche Attacke eines IS-Anhängers auf ihn frei erfunden. Seine Motive bleiben vorerst noch unklar.

Polizisten und Journalisten vor einem Gebäude.

Bildlegende: Der Polizeieinsatz in Aubervilliers erfolgt aufgrund einer erfundenen Messerattacke auf einen Lehrer. Reuters

Die angebliche Messerattacke mit islamistischer Drohung gegen einen Lehrer in einem Pariser Vorort war frei erfunden. Der Lehrer einer Vorschule in Aubervilliers räumte ein, sich den Vorfall ausgedacht zu haben, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtete.

Der 45-Jährige hatte zuvor gesagt, er sei von einem Maskierten mit einem Cutter-Messer angegriffen worden, der sich auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) berufen habe. Deshalb hatte die für Terrorismus zuständige Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen an sich gezogen.

Warum der Mann gelogen hat, ist vorerst unklar. Der Pädagoge war mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden.

Gut einen Monat nach den Terroranschlägen von Paris hatten die Vorwürfe für grosses Aufsehen gesorgt. Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem hatte sich umgehend in die Vorschule begeben und angekündigt, die Sicherheitsvorkehrungen an Schulen weiter zu verschärfen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

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    Tag der Trauer in Paris

    Aus Rendez-vous vom 27.11.2015

    Mit mehr als 1000 geladenen Gästen ehrt Frankreich im Invalidendom in Paris die 130 Opfer der Pariser Anschläge. Die Grande Nation nimmt dort Abschied, wo sonst militärische Helden geehrt werden, nicht aber Zivilisten. Setzt Frankreich damit ein Zeichen?

    Charles Liebherr