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Verheerendes Bootsunglück Schlepper zu 18 Jahren Haft verurteilt

Bei der Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer sind im April 2015 bis zu 900 Menschen umgekommen.

Legende: Audio Catania – das Urteil gegen zwei Schlepper abspielen. Laufzeit 2:54 Minuten.
2:54 min, aus Echo der Zeit vom 13.12.2016.
  • Im Prozess um eine der schwersten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer ist ein Schlepper zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Ein weiterer Schleuser muss für fünf Jahre ins Gefängnis.
  • Bei dem Bootsunglück im April 2015 waren zwischen 800 und 900 Menschen umgekommen. Nur 28 Menschen überlebten die Katastrophe vor der Küste Libyens. Das überfüllte Schiff sank, als die Menschen an Bord in Panik gerieten.
Zu sehen ist ein Flüchtlingsboot.
Legende: Ein verlassenes Flüchtlingsboot, die Kleider der «Passagiere» liegen noch an Deck. Keystone

Ein Gericht im italienischen Catania sprach den Tunesier Mohammed Ali Malek wegen vielfachen Totschlags, Menschenhandels und Verursachung der Tragödie für schuldig. Er muss für 18 Jahre ins Gefängnis. Der zweite Kapitän, ein Syrer, wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Gekentert, als Rettung nahte

Am 18. April 2015 ereignete sich eine der schlimmsten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer mit mehreren hundert Toten. Ein voll besetztes Fischerboot kenterte etwa 130 Kilometer vor der libyschen Küste.

Das Boot hatte einen Notruf abgesetzt, woraufhin der portugiesische Frachter «King Jacob» zu Hilfe eilte. Als dieser sich näherte, stürmten die Migranten alle auf eine Seite des Bootes, das dann umkippte.

Fast 680 Leichen im Wrack entdeckt

Nur 28 Menschen konnten gerettet werden. Noch immer ist nicht abschliessend klar, wie viele Menschen bei dem Unglück starben. Die italienische Marine hatte nach eigenen Angaben zunächst 169 Leichen aus dem Meer geborgen.

Im Juni 2016 wurde das Schiff vom Meeresgrund aus 370 Metern Tiefe gehoben. 675 weitere Leichen wurden in dem Wrack entdeckt, allein 458 im Frachtraum. Es war im April 2015 das zweite schwere Unglück im Mittelmeer innerhalb von nur einer Woche.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    In fremden Gewässern aufgepickt u.nach Italien gebracht, Schlepper gar in I gerichtlich abgehandelt. Diese Migrationspolitik ist fahrlässige Tötung, ignoriert+vernachlässigt sämtliche Lösungsvorschläge. Es gibt nicht nur Tote, 100'000e vegetieren in unsäglichen Unterkünften od.auf der Strasse dahin, Kinder werden verschleppt, missbraucht, Frauen zu 1000en vergewaltigt, Christen aus den Booten geworfen... Unerwünscht, kulturfremd+unausgebildet, angelockt durch Sozialschwärmer mit Helfersyndrom!
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    "waren zwischen 800 und 900 Menschen umgekommen." An dem Tod dieser Flüchtlinge sind in erster Linie diejenigen schuld, welche die Grenzen geöffnet haben, anstatt die Boote zurückzuschicken, und jene, die hier "Refugees welcome" plärren. Die Ertrunkenen im Mittelmeer sind da eigentlich unvermeidlich. Im Meer vor Australien hat es seit 2013 keine Toten mehr gegeben.
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    1. Antwort von Jerome Gerster (jgerster)
      Im Meer vor Australien sterben jährlich hunderte, natürlich aus anderen Gründen...
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    2. Antwort von Nico Clausen (berner99)
      @zombie1969:...Könnte es auch an den Kriegen liegen, an welchen die westlichen Länder zum Teil grossen Anteil daran haben, weil ihr Hunger nach Öl und Gas nie enden wird? Jeder sollte als erstes bei sich selber schauen, bis man danach mit dem Finger auf andere zeigen kann.
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