Schon fast 5000 Ebola-Tote und über 10‘000 Kranke

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die neusten Zahlen präsentiert: Bereits 4922 Menschen sind an Ebola gestorben. 10‘141 Menschen haben sich mit dem Virus angesteckt. Man muss aber davon ausgehen, dass längst nicht alle Fälle registriert wurden – vor allem in Liberia.

Patienten in der Hauptstadt werden auf einer Krankenstation versorgt. (reuters)

Bildlegende: Liberia ist am meisten von Ebola betroffen. 4600 der 4922 an der Seuche verstorbenen Menschen, sind hier zu beklagen. Reuters

Vor zwei Tagen vermeldete die WHO noch: Mindestens 4877 Menschen seien an Ebola bereits gestorben. Und die Zahl der bekannten Ebola-Fälle nähere sich der Marke von 10'000. Heute nun ist klar: Die Zahl der Toten ist bereits auf 4922 gestiegen und 10‘141 Menschen haben sich angesteckt – mindestens.

Im schlimmsten betroffenen Land Liberia sind die meisten Toten zu beklagen – 4600. Die WHO geht zudem davon aus, dass die Zahl der Infektionen im Land zweieinhalb Mal so hoch wie die der registrierten Fälle ist. Viele Familien würden infizierte Angehörige zu Hause lassen anstatt sie in Krankenstationen zu bringen. Zudem warnt die WHO davor, dass die Epidemie in die Elfenbeinküste eingeschleppt werden könnte.

Mali gehört nun auch zu den von Ebola betroffenen Ländern

Bislang sind Infektionen in acht Ländern bekannt. Am schlimmsten betroffen sind die westafrikanischen Staaten Guinea, Liberia und Sierra Leone mit zusammen 10‘114 Erkrankten und 4912 Toten.

Die afrikanischen Staaten Nigeria und Senegal wurden inzwischen wieder für Ebola-frei erklärt, während Mali in dieser Woche als weiteres betroffenes Land hinzu kam. Dort starb ein zweijähriges Mädchen an der Seuche, das Verwandte nach dem Ebola-Tod ihrer Mutter aus dem benachbarten Guinea nach Mali geholt hatten.

Die Behörden befürchten, dass sich viele Menschen bei dem Mädchen angesteckt haben könnten, weil es mit seiner Grossmutter Hunderte Kilometer im Bus durch das Land fuhr, obwohl es schon Symptome der Krankheit hatte. Mali hat zwar wie die Elfenbeinküste spezielle Grenzkontrollen eingeführt, um ein Einschleppen der Seuche zu verhindern. Allerdings umgehen viele Fahrer diese Kontrollen auf Pisten durch den Busch.

Angst vor Ebola in der Elfenbeinküste

Auch in der Elfenbeinküste sind die Behörden alarmiert, nachdem die Gesundheitsbehörden in Guinea sie informiert hatten, dass sich ein Krankenpfleger mit Kontakt zu einem Ebola-Patienten in Richtung Grenze abgesetzt habe. Die WHO zählt die Elfenbeinküste zu den 15 afrikanischen Ländern, in denen das Risiko einer Ebola-Einschleppung am höchsten sei.

Ausserhalb Afrikas haben sich bis jetzt fünf Menschen mit dem Virus infiziert, alles Pflegekräfte. Vier in den USA und eine in Spanien.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Verschärfte Massnahmen

    Aus Tagesschau vom 23.10.2014

    Flugreisende aus Westafrika werden künftig in den USA drei Wochen lang täglich auf Ebola-Symptome untersucht. Auch in Teilen Afrikas wird Menschen aus Ländern, die stark vom Virus betroffen sind, das Reisen erschwert. Hunderte sitzen teilweise schon seit Wochen in Nachbarländern fest.